Lizchens Markt-Gangerl

Lizchens Spazier- und Schnupperwege in der Welt der Wochen-, Super- und anderen Märkte, der virtuellen Shops, der Marken und Produkte

Na, Mahlzeit! Salat — mit Chlorat!

Lizchens gesunder Chicken-Salat-Burger © Liz Collet

Lizchens gesunder Chicken-Salat-Burger © Liz Collet

Bequemlichkeit, weil es (angeblich) schneller geht, einen Salat und damit gesundes Essen auf den Tisch zu bringen, sind für nicht wenige Verbraucher der Grund, zu bereits geschnittenen Salaten in Tüten zu greifen.

Daran stört sie – en passant beobachtet und bemerkt – dann auch nicht die überflüssige Verpackung von Tüte und Plastikschalen, in die neben Rauke und Feldsalat die geschnibbelten Mix- und anderen Salatblätter verpackt sind.

Da gilt selbst einzelnen Personaltrainern und Ernährungsberatern der Zeitfaktor des ach so gestressten modernen Menschen mehr, als Genuss, Preis und Zeit als Faktor auch der Entspannung beim Zubereiten von Gerichten, selbst wenn es um wenig genug Zeit geht, die das Salatputzen raubt.

Wenn Ernährungsberater als maßgeblichen Vergleichsfaktor für Tütensalat „wenigstens besser als Fastfood“ heranziehen, haben sie – jedenfalls meines Erachtens – ihren Beruf als Ernährungsberater verfehlt. Ein Beruf, der neben der Auswahl von Zutaten, Zubereitung von Gerichten und Ernährungsverhalten neben ausgewogener Bewegung auch im Blick haben sollte, dass Teil der gesunden Ernährung auch das „Abschalten“ vom Alltag beim Vorbereiten und Zubereiten des Essens, das Einstimmen auf Essen und nicht erst das Essen dann selbst gehören. Dass zum Zeit nehmen für das Essen nicht erst gehört, sich auch in Ruhe an einen Tisch zu setzen, nicht zu hetzen beim Essen, sondern auch nicht beim Vorbereiten desselben. Wem es selbst für die Vorbereitung kalter Speisen wie von Salaten die Zeit fehlt, hat in der Regel Grund, sich über sein Zeitmanagement generell im Leben mal ein paar Gedanken zu machen.

Wenn also nicht einmal sog. Ernährungsexperten das richtige Vergleichsmaß (Salat wenigstens besser als Fastfood) zu kennen scheinen, wen wundert es dann noch, dass dies Otto Normalverbraucher ebenso schon für einen Fortschritt und eine Errungenschaft hält in seinem Ernährungsverhalten, wenn er nur nach der Salattüte mit Schnibbelsalat grabscht. Und ihn dann auch Berichte über solche Verkeimung von Salaten wenig zu irritieren vermögen. Der zumal höhere Preis der Schnibbelsalate tut es ja auch nicht.

So gelten Tiefkühlspinat und Schnittsalate als gesund. Doch Fertiggemüse aus dem Supermarkt und vom Discounter können die Chemikalie Chlorat enthalten. Das zeigt ein Labortest im Auftrag von Markt, über den Sie mehr in diesem rund 7-minütigem VIDEO sehen können. In der Stichprobe überschreiten fünf von zehn untersuchten Lebensmitteln den Grenzwert von 0,01 Milligramm Chlorat pro Kilogramm.

In rund 20% der untersuchten Lebensmittel wird es gefunden. Es wird gegen Keime und für die Haltbarkeitsverlängerung eingesetzt.

Was das für die Gesundheit des Menschen bedeutet, erläutert der Beitrag ebenfalls.

Warum der Verbraucher Wert auf Salate legen will und soll, die 1 Woche lang zwar haltbarer (nicht welkend), aber wohl kaum noch gleich vitaminreich sein werden, muss der Verbraucher sich beantworten. Und ob es ihm das wert ist, sie erst recht um den gesundheitlichen Nachteil zu kaufen.

Die Bequemlichkeit verdrängt – darf vermutet werden – auch ungeachtet solchen Wissens die Umstellung nicht nur des Ernährungs- , sondern auch Konsumverhaltens.

Ob es da die sinnvolle Richtschnur von Medien ist, durch Zugabe von Jod oder jodiertem Salz die schädlichen Nebenwirkungen zumindest bei gesunden Menschen von Chlorat kompensieren zu wollen, muss nicht weniger hinterfragt werden. Ein Übel mit dem anderen austreiben zu wollen, anstatt bei der Konsumentscheidung schlicht auf nicht mit Chlorat versetzte Lebensmittel zurückzugreifen, erscheint suboptimal. Denn sowohl Salz als auch Jod und deren Menge im Alltag sind kritisch zu betrachten. Und die Methode ist zudem für nicht gesunde Menschen (und andere nicht mit „gesunden Menschen“ vergleichbare Personen- oder Altersgruppen) schon gar nicht die Lösung des Problems.

Während die Produkte weiterhin ver- und gekauft werden.

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