Lizchens Markt-Gangerl

Lizchens Spazier- und Schnupperwege in der Welt der Wochen-, Super- und anderen Märkte, der virtuellen Shops, der Marken und Produkte

Gelber Sack……und stürmische Zeiten {und die Frage: Sack oder Tonne}

Ab in die Tonne© Liz Collet

Ab in die Tonne © Liz Collet

4 Uhr morgens Murnau…die Frisur sitzt … ach neee, das war eine andere Geschichte.

4 Uhr morgens, Montag, Murnau.
Blitz, Donner, Regen, Windböen
So geht es herrlich frisch in die neue Woche, oder?
Fenster dafür schliessen zu müssen hätte aber nicht not getan, ich war ja grad froh, dass nach 2 Uhr morgens so langsam die Wärme aus den Räumen wich und hätte gern bis gegen 7 Uhr alle Fenster geöffnet belassen, bevor der nächste Hitzetag kommt. An dem die Fenster wieder „italienisch“ mit geschlossenen Rolladen die Räume kühler halten, als geöffnete Fenster es dieser Tage schaffen.

Andererseits hätte ich dann den Produkttest verpasst, den offenbar der Hersteller von gelben Müllsäcken veranstaltete – meteorolgisch auf die Minute getimed um diese Zeit durch eine geniale Kombination des richtigen Abholtages, Mitwirkung der Bevölkerung, die ihre gelbn Säcklis abends schon rausstellt und  der perfekten Wetterlage.

4 Uhr morgens, Montag,e Murnau, Mülltütentest.

Lustig, wie die gelben Müllsäcke durch die peitschende Wirkung der Gewitterböen und die gewaltigen Regenschauer durchs Viertel wirbelten .

Meiner nicht. Der verpasste diese Bundesjugendspiele des Tütenhaltbarkeitstests, weil bei mir nur bei jedem 2. oder manchmal sogar 3. Abholturnus eine Tüte zur Abholung halbwegs gefüllt ist. Und zum anderen weil ich meine Müllsäcklis immer erst morgens rausstelle, bevor der Entsorgungslaster mit den fleissigen Herren den Wohlstandsrest der Menschen gegen 6 Uhr wegräumt, so dass der Markt und der Ort und seine Gassen und Strassen wieder sauber und gepflegt sind, bevor die Menschen an ihr Tagwerk und durch selbige gehen.

Ein interessantes Spektakel, wie diese gelben Mülltütenmaden auf Reißfestigkeit getestet wurden. Oder sollte ich sagen Mülltütenpuppen? Wie verpupptes Irgendwas sehen sie schon aus, wenn sie so durch die Strassen und auf den Wegen und dem Hof kullernd vom Sturm herumgetrieben werden

Wie lang die wohl durchhalten? Dachte ich………… ich war erstaunt….die hauchdünnen Tüten der gelben Müllsäcke halten einiges aus…….. zum Glück.
Zerfetzte und zerplatzende Plastikmüllmaden …….. das möchten sicher noch weniger Menschen dann wegräumen müssen, die schon den Job einer Fachkraft für Entsorgung und Recycling nicht machen wollen würden. Die den Müll wegräumen müssen, den sie selbst nicht vermeiden und massenhaft verursachen.

Obwohl es doch eine ganze Reihe von Möglichkeiten gibt, Kunststoff und Plastik, vor allem aber dessen Abfall und mehr noch Verpackungsmüll zu vermeiden. Und wenn er schon nicht immer und überall vermeidbar ist, ihn dann mindestens gleich dort zurückzulassen, wo er uns zugemutet wird. Im Handel. Ob allerdings die Hoffnung sich erfüllt, dass es dem Handel irgendwann zuviel wird, wenn er und nicht die Kunden den Müll erstens entsorgen und zweitens für den Verpackungsaufwand doppelt (beim Produktpreis einkalkuliert, bei  Abfallentsorgungsgebühren erneut) zahlen müssen, wage ich inzwischen zu bezweifeln.

Denn seit mit dem Abfall auch noch gehandelt und damit Geld gemacht wird, fällt der Anreiz von Herstellern und Händlern doch weg, Müll und Verpackungsmüll selbst vermeiden zu wollen?

Womit der schwarze Peter wieder beim Kunden ist. Und seiner Entscheidung, was er kauft. Und wieviel Verpackung er dabei in Kauf nimmt. Und mit nach Hause.

Die Styroporschalen von Fleisch und Wurst im SB-Handel mit Folienverpackung beispielsweise sind voluminös und stehen völlig ausser Relation zu ihrem Inhalt. Wer braucht eine grosse Styroporschale zB für EIN Kotelett, EINE Scheibe Kalbsbriesmilzwurst, ein bis zwei Mark- oder andere Suppenknochen, EINE Scheibe Rindsleber usw, wenn beim Metzger an der Theke nur ein hauchdünnes Stück Einschlagpapier genügt?

Dabei lassen wir – für den Moment und das Thema diesen Posts – mal kurz ausser Betracht, wie die darin verpackte Ware noch behandelt wird, damit sie „frisch“ ausschaut. Dagegen ist das  gern gerügte  Licht in der Fleischtheke beim Metzger, das Wurst und Fleisch rosiger aussehen liess und lässt, Kinkerlitzchen. Abgesehen davon sträubt sich kein guter Metzger, einem das Fleisch, das man sich aussucht und das er aus der Theke greift, dem Kunden auf Wunsch auch zu zeigen, bevor er es auf die Waage legt und verpackt. Ich habe – weil Mutter und Grossmütter mir das wie vieles anderes, für das heutzutage Schulfächer und Unterrichtsstunden gefordert werden, beibrachten wenn sie mit mir einkaufen gingen oder mich zum Einkaufen schickten –  schon in Grundschulzeiten mir genau ausgesucht, was ich vom Metzger für Ware in die Tüte bekam und nicht nur von ihm.

Das war beim Bäcker, beim Obst und Gemüse und den Verkäufern in den Abteilungen des EDEKA oder REWE etc. nicht anders, die in meiner Kindheit noch Waren für den Kunden an der Theke oder dem Gemüseregal verpackten. Es gab auch dort Verkäuferinnen, die meinten, sie könnten einem die Rebe Trauben in die Papiertüte geben, an deren unterem Ende schon matschige Trauben hingen oder angematschte andere Früchte, die Gewicht und damit Preis auf die Waage brachten, zuhause aber nicht verwendbar waren. Und die sie im Laden aussortieren hätten müssen.  Wenn Sie als Kind in einen Laden zurückgeschickt werden, um sich dort zu beschweren, weil Sie sich sowas haben andrehen lassen, dann lernen Sie früh, beim nächsten Mal vom Verkäufer gleich beim Einkauf ernst genommen werden zu wollen. Und ernst genommen zu werden. Und wie Sie das erreichen. Und sich durchsetzen. Höflich selbstverständlich. Aber unnachgiebig. Egal ob Sie 7 Jahre alt sind. Oder 17. Oder eben später auch. Wenn Sie dasselbe dann Ihren Kindern wieder beibringen. Wie man als Kunde ernst zu nehmen ist.

Egal in welchem Laden, egal bei welchen Waren. Beispielsweise auch dann, wenn Sie als Kind Schnitzel für 4 Personen kaufen sollen an der Fleischtheke (beim Metzger oder im Supermarkt). Und der ihnen 4 einpackt, von  denen eines winzig, eines drei mal so gross, die anderen ebenso beliebig geschnitten sind. Das mag für 4 Gäste bei Tisch vielleicht beim Geschnetztelten keinen Unterschied machen, sehr wohl aber, wenn Sie diesen Wiener Schnitzel oder Schnitzel Wiener Art servieren möchten. Beim Metzger können Sie sich das zeigen lassen und sehen…….in Styroporschalen der Supermärkte oder Discounter werden die kleinen Stücke da gern unter den anderen so kaschiert verpackt, dass Sie nicht erkennen, wie gross die einzelnen Stücke dann sind bei Schnitzel, Leber, Kotelett, Nackensteaks, etc.

Zurück zur Verpackung – für die braucht es beim Metzger nicht mehr als etwas hauchdünnes Einschlagpapier für Fleisch oder Wurst. Wer auch die noch vermeiden will, wird inzwischen bei vielen Metzgern gern seine eigene Fleisch- und Wurstdose über die Theke reichen dürfen.

Sie wenden ein, Sie zahlen mehr beim Metzger, als im Supermarkt oder Discounter? Hm. Das sollten Sie mal einem Alltagstest unterziehen. Und Preise vergleichen. Die im Übrigen relativ werden, wenn Sie konsequent auch bei Metzgern auf Angebote achten und diese nutzen. Das erfordert eine gewisse Flexibilität bei der Menüplanung, aber dafür ist ganz nebenbei auch noch die Qualität erheblich höher. Und wie wäre es mal mit Konsequenz bei der hübschen Redensart: „Weniger ist manchmal mehr?“

Nur eines der vielen kleinen Beispiele, bei denen man Verpackung meiden kann. Und wie voll die gelbe Müllsackmade alle 4 Wochen ist oder wieviele solcher Müllsackpuppen dann alle 4 Wochen pro Haushalt vor der Türe zur Abholung abgelegt …………und vom Unwetter auch mal stürmisch weggefegt werden………

NB: Ich muss jetzt nicht hier gesondert auf den aus den Fußnoten und der Zeile nach oben durch und zwischen die Buchstaben drängenden Subton der Ironie dieses Posts über einen vermeintlichen Produkttest des Mülltütenherstellers hinweisen. Oder? 😉

Update 16:50 Uhr : Und wie der Zufall es so will, fand ich  bei FB heute zeitlich nach dem vorliegenden Post noch eine Diskussion darum, ob und warum der gelbe Sack nicht durch gelbe Tonnen ersetzt würden. Dort diskutiert wegen Krähen und Ratten, die sich leichter über den Inhalt der Säcke hermachen können, als über den Inhalt von Tonnen. Ob und wie gross diese Gefahr andernorts sein mag, will ich nicht beurteilen oder ob es andere Ursachen und Gründe haben mag, wenn Inhalt von gelben Säcken sich verteilt. Sie werden hier erst am Vorabend über die Spitzen des Jägerzauns (bei der vorigen Wohnung) gehängt oder am Weg/Hauswand/Zaun etc abgelegt und bisher habe ich in Murnau noch keine aufgerissenen oder herumfliegenden Inhalte der Säcke gesehen. Wie oben geschildert haben nicht einmal die heutigen Sturmböen und das Herumfegen der Säcke über Strasse, Weg und den Hof des vis-à-vis gelegenen Weinkellers diese aufreissen lassen ………

Ob es wirklich Ratten oder Krähen sind, wenn Säcke aufgerissen sind? Da mag es so manche andere Gründe geben – von grobem Unfug, über unsachgemässe Befüllung, bei der kantige Inhalte die Tüten beschädigen u.a.m. Und eines sollte man auch bedenken, was sich leicht erschliesst, wenn man sieht, wie die Säcke abgeholt und manuell in die LKWs geworfen werden – mit Tonnen wären andere Fahrzeuge nötig, welche von den Unternehmen dann anzuschaffen wären. In Murnau sind für die Entsorgung von Papier, gelbem Sack und Rest- und Biomüll drei verschiedene Unternehmen zuständig mit entsprechenden Fahrzeugen. Ob die Fahrzeuge des Unternehmens für den gelben Sack auch für das Einkippen der Tonnen technisch gerüstet sind oder auszutauschen wären – ich weiss es nicht. Aber allein mit „Sack gegen Tonne“ ist es vielleicht nicht getan. Zudem verleiten Tonnen mehr als transparente Säcke den Verbraucher, dort auch anderes reinzukippen, während Säcke  mit unerlaubtem Inhalt leichter erkennbar auch zurückgelassen werden – zu Recht.

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