Lizchens Markt-Gangerl

Lizchens Spazier- und Schnupperwege in der Welt der Wochen-, Super- und anderen Märkte, der virtuellen Shops, der Marken und Produkte

Schuhpflege: Tipps vom Schuhmachermeister

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Step by Step In Lifetime © Liz Collet

Seit Billigschuhe den Markt zu überschwemmen begannen und bestenfalls noch Absätze beim „Schnellschuster“-Shop in Einkaufszentren oder Kaufhäusern zur Verfügung standen, ging es mit der Nachfrage nach Schuhmachern vielfach zurück. 

Richtige Schusterwerkstätten und -reparaturläden finden Sie nur noch schwer. Ich kannte einige in Schwabing, wo wir anfangs wohnten. Und bei denen unter anderem meine Münchner Grossmutter ihre Schuhe „anpassen“ liess, die durch einen Sturz in einem alten Münchner Treppenhaus über mehrere Etagen (den sie nur gut überlebte, weil ihre dicken Haare und Zöpfe sich im Geländer verfangen und ihren Sturz gemildert hatten) ein etwas kürzer gewachsenes Bein behalten hatte. Knapp 1 cm kürzer……. aber dank eines guten Schuhmachermeisters, der Schuhe zu arbeiten verstand, dass der eine Schuh die unterschiedliche Beinlänge milderte und es am Absatz kaum sichtbar machte, war es für Aussenstehende kaum zu bemerken. Und für ihre Wirbelsäule wie ihren Gang unbezahlbares Handwerk, das vielleicht gar nicht so sehr goldenen Boden hatte, sondern vor allem ein goldenes Händchen. Und meine Grossmutter wusste es als Backfisch und über die Jahrzehnte zu schätzen. Kein Schnellschuster kann derlei ersetzen.

Und ich erinnere mich noch eines Schusters etwas weiter im Norden von Schwabing, zu dem ich als Kind in regelmässigen Abständen gehen musste, um Absätze oder Sohlen der Schuhe unserer Familie richten zu lassen.

Er hatte seine Werkstatt etwa einen Fussweg von 10 bis 15 Minuten von uns entfernt von dem Mietshaus entfernt, in dem wir wohnten, auf dem Weg unweit des nördlichen Endes der Schleißheimerstrasse etwa auf der Höhe der Caracciolastrasse in einer kleinen Seitenstrasse in einem Einfamilienhaus im Viertel zwischen anderen Einfamilienhäusern. Werkstatt im Erdgeschoss, Lager im Keller und wohnte wohl im oberen Stockwerk. Man musste schon wissen, wo er diese Werkstatt hatte, kein Schild am Gartenzaun wies darauf hin, erst am Klingelschild des im Grundstück zurückliegenden Hauses stand dann sein Name und schlicht: „Schuster“. Man wusste eben, wo er werkte und werkelte. Es war eine Schusterwerkstatt, in der die Rohlinge für handgefertigte Schuhe, Schuhspanner, Holzmodeln und Leder sich tummelten, eine alte Ladentheke aus massivem Holz den kleinen Ladenteil von der Werkstatt trennte. In die man aber durch die offene Türe immer den Blick auf die dortigen Arbeiten hatte. Alles bekam man bei ihm für die Schuhe, die man nicht nur ordentlich repariert bekam, was ein Schuh regelmässig auch sonst braucht, wie Schnürsenkel, verschiedene Einlagen für Sommer oder Winter (auch kuschelig weiche und warme aus Schafwolle für die Winterstiefel), Schuhbürstchen aller Art und Grössen und Schuhcreme in den runden Blechdosen.

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Step by Step © Liz Collet

Irgendwann gingen wir nicht mehr so oft und regelmässig hin, als wir aus dem Alter herauswuchsen, hauptsächlich Riemchensandalen im Sommer oder Schnürschuhe zu anderen Jahreszeiten zu tragen, als ein OEZ in München beim Einkauf am Samstag meinen Eltern bequemer machte, beim dortigen Schnellschuster die zu reparierenden Schuhe vor dem Bummel durch das Einkaufszentrum abzugeben und sie fertig mit Absatz oder evnetuell noch Sohle nach dem Bummel abzuholen und Schnürsenkel auch dort zu bekommen waren. Und ihnen wie anderen Kunden lieber geworden war, Schuhcreme in Tuben mit Schwämmchen als Aufsatz zu kaufen und aufzutragen und allenfalls anschliessend noch abzubürsten, als jene Schuhputzarbeiten zu machen, die ich als Kind schon vor der Einschulung als Haushaltsarbeiten neben anderen kleinen Hilfsarbeiten im Haushalt zu tun hatte.

Ich gebe zu, im Ranking der Arbeiten, die meine Schwester und ich uns teilen mussten und wöchentlich abwechselnd zu tun hatten, stand Putzen der Schuhe abends für alle Familienmitglieder auch bei mir nur knapp vor dem täglichen Müllrunterbringen zum Aschentonnenhäusl.
Wer hätte nicht lieber „nur“ Getränke aus dem Keller geholt und leere Flaschen dorthin getragen, Geschirr getrocknet und in die Schränke geräumt beim Aufwasch als Zeitungspapier sommers wie winters auf dem Balkon, allenfalls winters auch mal im Flur auf den Boden zu breiten und die schmutzigen Schuhe aller Familienmitglieder dann zu reinigen und zu pflegen und zu polieren?

Aber was sein muss, muss sein, sich drücken galt nicht für jeden und nicht jedem hätte man schludriges Schnellputzen durchgehen lassen.

So lernte ich es lieber sofort gleich und richtig zu erledigen. Wie bei allen Arbeiten galt dabei und gilt auch sonst es lieber gleich beim ersten Mal richtig zu erledigen, als es (womöglich nach erzieherischem Rüffel) noch ein zweites Mal machen zu müssen, bis es zur Zufriedenheit erledigt ist und man auch unerfreulichere Aufgaben hinter sich hat.

Ich gebe zu, dennoch später auch gelegentlich mal die Tuben verwendet und ausprobiert zu haben. Und bin doch bald auf die traditionelle Art zurückgekommen, auch wenn andere Familienmitglieder im Laufe der Zeit die vermeintlich bequemere Form der Schuhpflege zu pflegen vorzogen. Und dafür mehrfach mehr bezahlen. Den Preis, den diese ohnehin teurer im Verbrauch kosten bezogen auf Menge in der Tube verglichen mit Dosenpflege, Verlust durch Verbleib von Resten in der Tube und frühzeitigeres Altern der Schuhe, die – ob teurere Exemplare oder Billigware zum Schnäppchenpreis – eher unschön aussehen und ersetzt werden.

Hingegen finden sich bei mir Schuhe, die zwischen 10 und 15 Jahre alt sind und keinen Tag älter aussehen als seien sie im aktuellen Kalenderjahr erworben.

Das liegt nicht allein an der Wahl der Schuhe beim Kauf wie beim Tragen. Als Studentin in Regensburg tagtäglich in der Altstadt auf Kopfsteinpflaster unterwegs verzichtete ich nicht auf die heissgeliebten Pumps mit Pfennigabsätzen, aber wie schon als Kind gab es auch dann für mich Alltags- und „gute Schuhe“ für besondere und wichtigere Anlässe und Termine. Und ersparte mir damit die ärgerlichen Verluste der kleinen Lederansätze zwischen den Steinen des Kopfsteinpflasters und allzu häufige Reparaturen der „hochgeschobenen“ Lederstücke am Absatz, welche Opfer zwischen die Steine geratener Absätze wurden. Eines der Geheimnisse ist auch, zu lernen, auf Kopfsteinpflaster so zu laufen, egal bei welcher Jahreszeit und in welchem Tempo, dass man nicht mehr zwischen die Steine gerät. Ein anderes ein guter und netter Schuster in einer der Seitengassen Regensburgs nahe der Donau, wo ich mein Zimmer hatte, der schmunzelnd und für kleines Geld das Leder von Absätzen wieder über diese zu reparieren verstand, wenn doch mal wieder ein Malheur passiert war. Bei dem ich – ganz nebenbei bemerkt – auch eine aufgegangene Naht einer Lederhandtasche oder einen abgegangenen Tragegriff meiner kleinen Reisetasche und andere Lederreparaturen richten lassen konnte und Ähnliches.

Und es liegt zwar auch, aber nicht nur an der Marke, die meine Füsse bevorzugt und fast ausschliesslich tragen, um sich darin vom ersten Tritt wohlzufühlen, ohne sich wie bei anderen Marken mindestens einmal beim Einlaufen Blasen an der Ferse einzufangen. Es sind nicht einmal Schuhe in einem Preissegment, wie ich sie später bei Kollegen und anderen zu sehen bekam, die oftmals Schuhe für mehrere hundert DM oder Euro kauften, aber offenbar der Meinung waren, diese hätten ein Selbstreinigungssystem eingebaut und bestenfalls mal bissl Drüberbürsten oder mit dem Tubenschwämmchen aufgetragene Pflege verdient. Und so sahen sie auch dann sehr schnell aus. Von den heruntergetretenen und -gelaufenen Absätzen nicht zu reden. Und selbst die Schuhe meiner Lieblingsmarke kaufe ich in der Regel nur und erst dann, wenn sie ein wenig reduziert in der Saison sind – da sie klassische Formen haben, egal ob es mal ein Pump mit hohem Absatz, einer mit mittlerer Absatzhöhe oder einer mit dem kleineren Absatz oder ein Ballerina ist  und auch deswegen jahrelang getragen werden, spielt es keine Rolle, wann im Laufe des Jahres oder der Saison ich sie kaufe.

Nein, es liegt beileibe nicht allein an der Marke, sondern an ihrer Pflege. In welchem Schuh man wie auftritt. Im Auftreten äusserlich wie auch in der Sorge um Schuhe und Füsse darin gleichermassen auftretend. Und wie lange man etwas davon hat als Gewinn und nicht als Verlust beim Kauf und ihrer Haltbarkeit.

Die beginnt mit dem Säubern der Schuhe vor der Pflege, ggf. Trocknen vor der selbigen. Und erfolgt dann mit der guten alten Schuhcreme aus der Dose bei Glattlederschuhen. Sie wird mit Lappen aufgetragen, gut eingearbeitet und wirkt dann einige Minuten ein, bevor die Schuhe je nach Lederart mit unterschiedlich weicher Schuhbürste oder Lappen poliert werden.

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Haferlschuhe und Loferl © Liz Collet

Was lange altmodisch anmuten mochte und manchen nach wie vor altmodisch scheinen mag, erhält Schuh und dessen gepflegtes Aussehen und ist – nicht weniger wichtig heute mehr denn je – zudem umweltfreundlicher. Denn es schont nicht nur Geldbeutel vor Neukauf von unansehnlicherem Schuhwerk, sondern die Umwelt vor billig produzierten und schnell wieder zu Abfall geratenden Billigschuhen oder solchen, die selbst als teure Schuhe nicht mehr gepflegt genug von Kunden ersetzt werden. Und aussortiert. Traditionelles und gutes Schuhwerk und seine Pflege erscheint – mir jedenfalls – damit die zeitgemässere und immer modern gebliebene Form der Schuhpflege.

Bevor man einen Schuh, egal ob vom Billighändler oder handwerklich meisterlich angefertigt nach mehr oder minder langer Lebensdauer irgendwann allenfalls noch upcycled oder nicht einer Zweit- und Letztverwendung und -nutzung zuführen kann, die nicht mehr ansehnlichem Schuh noch ein letztes Ansehen verschafft. Von der Sohle bis ………zum blühend dekoriertem Schaft.

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Austragsschucherl © Liz Collet

Beim BR bringt man mit DIESEM hörenswertem Beitrag über den Schuster Toni Englberger aus Weilheim Althergebrachtes rund um die Pflege des Schuhs für Hans wieder in Erinnerung, das mancher als Hänschen nicht mehr lernte, wie kleine Lizchen das noch lernen mussten.

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