Lizchens Markt-Gangerl

Lizchens Spazier- und Schnupperwege in der Welt der Wochen-, Super- und anderen Märkte, der virtuellen Shops, der Marken und Produkte

Schokohasen ins Exil als bejubelbare Methode gegen Lebensmittelverschwendung?

Osterhasen Schwarz und Weiss© Liz Collet

Osterhasen Schwarz und Weiss© Liz Collet

„Du Hasi, wie wäre es mit Urlaub in Kasachstan oder Aserbaidschan oder Israel?“

„Öh….. ooookayy“

„Dann versteck Dich im Regal, bis Ostern vorbei ist, dann kriegen wir ein Gratisticket“

Die armen Langohren ahnen nicht, dass sie dort auch nur vernascht werden. Wenn auch nicht als Ostersymbole, sondern einfach als „niedliches Schokoladen- und Zuckerzeug“, das nicht nur Saisonware, sondern ganzjährig handelbar und gefragt sein soll.

Die Hürde des Exports dorthin liegt zwar beim Zoll, der nur die übrig gebliebenen Ostersaisonwaren durchlässt, deren Mindesthaltbarkeitsdatum noch nicht abgelaufen sein darf. Aber wenn die Hasen die Douane genommen haben in die Zielländer, können die Osterwaren dann auch nach dessen Ablauf im Regal liegen.

MINDESThaltbarkeit heisst ja nicht ohne Grund so und wenn sie sachgerecht gelagert, transportiert und wieder gelagert wird, kann Schokolade im Prinzip auch bis zum nächsten Jahr oder gar zwei Jahre haltbar bleiben. Wenn sie denn nicht genascht wird.

Was sie eben nicht wurde. Und dann entweder im Müll lande. Oder von findigen Händlern aufgekauft und weiterverkauft wird, sobald Ostern vorbei ist und die Ware aus den Regelen wieder verschwinden muss, weil Weihnachten vor der Türe…. naja, gleich nach Muttertag jedenfalls, wenn es Zeit für die Lebkuchen wird.

Nein, DAS ist keine Satire, das ist Ironie. Auch das unterscheiden nicht alle wirklich zutreffend, aber das ist Feintuning verglichen mit dem Holzhammer von Schmähkritik-Beispielen, die von Satire zu unterscheiden aktuell noch vielen mehr Menschen schwer zu fallen scheint. Aber das ist ein anderes Kapitel.

Zurück zu denen, welchen die Ohren nicht erst lang gezogen werden, weil sie es schon sind. Und die lange Reisen machen, anstatt hier im Müll zu landen.

Was vonn FB-Nutzern kommentarreich unter dem Link der ARD auf deren FB-Page zu dem folgenden Video-Beitrag beklatscht wird.

Während ich mich wundere über die Menschen, die immer wunderlicher werden. Ohne sich selbst zu wundern und zu fragen, ob es denn wirklich sein muss, dass auch noch bis zum letzten Tag vor Ostern die Regale von Herstellern und Händlern so reichlich mit Saisonartikeln gefüllt sein müssen und daher soviel überproduziert, was definitiv nicht mehr vor und zu Ostern abverkauft werden wird. Und dann entweder im Müll landet oder (ökologisch ungemein sinnvoll) erneut Transportwege kostet, um andernorts konsumiert zu werden. Vielleicht sogar Ware, die bereits aus dem Ausland hierher importiert wurde. Was wäre so schlimm daran, wenn – wie bei Brot, Salat, Obst und Gemüse auch und zu recht kritiisert – eben nicht mehr bis Ladenschluss und eben bis Ladenschluss am Karsamstag noch Osterartikel verfügbar wären? Und man eben nicht mehr auf den letzten Drücker noch alles verlangen und kaufen könnte und ein paar Tage oder Wochen vorher sein Hirn beim Einkauf nutzt, früher zu besorgen, was man braucht? Rund zweitausend Jahre mag zwar noch nicht der Schokohase im Handel beghertes Ostergeschenk sein, aber so lange weiss man eigentlich ja, dass und wann jedes Jahr Ostern ins Haus steht.

Aber – geschenkt. Denn auch ich weiss, das überfordert den homo sapiens der Konsumgesellschaft ungeachtet der unzähligen Kalender- und Terminfunktionen seines Smartphones und andere Technikschnickschnacks, die meine Grossmutter nicht hatte und braucht, um rechtzeitig vor Feier- und Fest- und anderen Tagen Lebensmittel und süsse wie auch andere  Geschenke eingekauft (und gut versteckt) zu haben. Und überhaupt, würde meine Haltung ja das Bruttosozialprodukt ins Wanken und den Handel um seine Existanz bringen. Dramen für Handel und Arbeitsplätze.

Es sei denn………

Es sei denn, der Kunde würde auch hierzulande nicht so engstirnig nur den Ostersymbol-Charakter von Waren im Auge zwischen den Scheuklappen fokussieren und die nach Osterfest im Handel bis zu 50% günstigeren und eh noch nicht das MHD erreichenden Langohren und Ostersüssigkeiten noch kaufen. Preisgünstiger als andere Süssigkeiten und Schokoladen der Hersteller selbiger, preisgünstiger als die Nicht-Saisonwaren derselben Hersteller. Ökonomischer wäre es. Ökologischer auch, als der Export und foodethischer als Lebensmittelverschwendung eh. Aber was murrt der Kunde dann? Ach ja: Nööööö, Ostern sei ja doch vorbei und da wolle man doch keine Osterhasen mehr essen…. Ach, der Kunde, das schizophrene Wesen! Der gleiche homo sapiens, der sich jahraus, jahrein darüber mokiert, dass Religion und Kirche und kirchliche Traditionen überflüssig seien, dass nur der Handel die Festtage für Kommerz nutze und alles werbewirksam instrumentalisiert dem Kunden zu diesen Tagen das Geld und davon mehr als sonst aus den Taschen ziehen solle, der sich beim Einkauf nicht von Handel und Werbung manipulieren lassen wolle, wann er was und zu welchen Festen zu kaufen habe? Klingelt’s? Wie wäre es dann mal mit genausoviel rebellischem Denken und Handeln NACH den Festtagen, wenn die Ware halb so teuer ist und genauso gut schmeckt, egal ob Ostern oder nicht ist?

Wenn Sie sich partout nicht mit den cerebralen Bytes der optischen Langohrform wegen von österlichen Assoziationen lösen können, dann lösen Sie doch die Form einfach auf! Schmelzen Sie die Hasen ein und zaubern Sie Desserts und andere süsse Verführungen in neuen Formen daraus. Und warum Schokoladeneier nur an Ostern schmecken sollen, muss mir inzwischen jemand erklären, der Hühnereier auch gekocht nicht nur an Osterfeiertagen essen wird – sogar gefärbte ganzjährig im Handel verfügbar und offenbar gefragt.

Wenn nicht das Äussere entscheidet, sondern Qualität, sollte man die Langohren sowenig wie Eier nach den Ostertagen diskriminieren müssen, n’est-ce pas? Und mal ehrlich……..dann auch noch für den halben Preis….?

Ni X für U ngut!

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