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Fisch: Lachsrote Farbzusätze sind schädlich

Russische Eier mit Lachs und Kaviar © Liz Collet

Russische Eier mit Lachs und Kaviar © Liz Collet

(Vermeintlicher) Räucher-Lachs auf dem Fischbrötchen ist nicht immer echter Lachs. Was für eine Überraschung! Nein, im Ernst. Manchmal ist es „nur“ Lachsersatz und das Verwunderliche ist eigentlich, wie viele Kunden und Verbraucher das bis heute nicht zu wissen scheinen, nicht sehen, richtig lesen und auch nicht schmecken oder wissen. Wie man auch in dem folgenden Videobeitrag wieder einmal bei Fragen an Passanten und deren Antworten erleben kann.

Und das obwohl es seit Jahren und Jahrzehnten den Hype um Lachs, Räucherlachs, Wild- und Zuchtlachs und noch länger den leuchtendrotfarbenen Alaska-Seelachs gibt, welcher seit Wirtschaftswunderzeiten nicht nur russische Eier ebenso toppte wie jene kleinen schwarzen Kugerl, die als „Deutscher Kaviar“ im Glas gehandelt werden.

„Alaska-Seelachs“ als solchen gibt es eigentlich gar nicht. Der Name ist bereits eine Erfindung der deutschen Lebensmittelindustrie und zwar für den Pazifischen Pollack. Pollack ist im Gegensatz zum Lachs ein Weißfisch und zählt zur Familie der dorschartigen Fische. Er ist also mit dem Kabeljau verwandt und lebt in den kalten Gewässern des Nordpazifiks. Als „Seelachs“ lässt er sich allerdings deutlich besser verkaufen. Und landete daher – siehe oben – auf Russischen Eiern, auf illustrierten Broten und auf Fischsemmeln unter dem Etikett „Lachssemmel“.

Im Vergleich zum echten Lachs hat Alaska-Seelachs weniger Kalorien und deutlich weniger gesunde Omega-3-Fettsäuren, braucht ausserdem noch viel Salz, um geräuchert werden zu können. Weil das wegen des geringen Fettanteils auch nicht so gut ginge, muss ihm Fett in Form von Öl zugegeben werden. Um überhaupt ein bisserl wie Lachs AUSZUSEHEN – nämlich rot – färbt man ihn industriell mit dem Farbstoff Cochenillenrot ein, der zu den sogenannten Azofarbstoffen gehört und gesundheitlich nicht unbedenklich ist. Azofarbstoffe sind chemische Farbstoffe auf der Basis von Erdöl. Sie stehen im Verdacht Allergien und bei Kindern das Aufmerksamkeit-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) auszulösen. In Tierversuchen zeigte sich in hohen Dosen eine erbgutschädigende Wirkung.

Die zugelassenen Höchstmengen für Azofarbstoffe sind in den letzten Jahren immer weiter reduziert worden. Trotzdem finden sich die Farben nicht nur in Lachsersatz, sondern zum Beispiel auch in bunten Süßigkeiten, Marmeladen oder spanischen Wurstspezialitäten wie Chorizo. Lebensmittel, die bestimmte Azofarbstoffe enthalten, müssen mittlerweile der Warnhinweis „kann sich nachteilig auf die Aktivität und Konzentration von Kindern auswirken“ tragen. Die Grösse der Schrift solcher Hinweise ist bekannt – man kann sie getrost als klein bezeichnen. Zu klein – für meinen Gusto.

Der NDR hat sich des Themas in DIESEM rund 5-minütigem Video-Beitrag angenommen.

  • Schädliche lachsrote Farbzusätze Visite – 12.04.2016 20:15 Uhr Autor/in: Ulrike Heimes

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