Lizchens Markt-Gangerl

Lizchens Spazier- und Schnupperwege in der Welt der Wochen-, Super- und anderen Märkte, der virtuellen Shops, der Marken und Produkte

Ausmalen ist Yoga mit Buntstiften? {Wenn das keine Satire ist…!?}

Yoga mit Buntstiften © Liz Collet

Yoga mit Buntstiften © Liz Collet

CAVE – Dieser Beitrag kann Zutaten mit Nebenwirkungen enthalten, sowie Dosen und Prisen von Satire, Ironie und Sarkasmus, die sich gefährlich auf brachliegende Gehirnzellen auswirken und schwarzen Humor bunt erheitern. Man kann nie wissen, was beides zur Folge hat.  Ich zeichne für jede Haftung frei, sehen Sie mir das nach, meine berufliche Ausbildung zwingt mich dazu, alles andere wäre grob fahrlässig

Hersteller von Buntstiften müssen neuerdings in ihren Unternehmen Sonderschichten fahren lassen, um den Bedarf an ihrem Warensortiment noch decken zu können. So intensiv (ob auch so nachhaltig, ist eine andere Frage) ist die Nachfrage nach bunten Malstiften für den Hype, der manchen das Yoga am Ausmalpapier und Ausmalmustern geworden scheint.

Nichts dagegen zu sagen, dass dadurch (vielleicht und vielleicht mehr oder weniger) einige auch schaffen, wieder mal und zwischendurch wenigstens nicht online sein zu müssen. Obwohl das eine nicht zwingend das andere nach sich zieht, während bunte Flächen auf vorgemalten Bogen ausgemalt werden. Spätestens dann nicht mehr, wenn deren Ergebnisse in Videos, Bildern festgehalten wiederum online gepostet werden.

Die gleichen, welche noch vor wenigen Jahren Sticken nach Muster oder Malen nach Zahlen spiessig und mitnichten als „Kunst“ bezeichneten, zahlen heute für vorgedruckte Malbögen, die sie mit ebenfalls den Absatz fördernden bunten Stiften ausmalen.

Das blosse Ausmalen von Vorgezeichnetem hat – aber das ist nur meine persönliche Meinung – eher etwas Stupides, Mechanisches, als Kreatives. Ungefähr so wie die Art von Fliessbandarbeiten, die mechanisch mit Händen etwas erledigen und dabei das Hirn abschalten lassen können – eben nur bunter. Bunte Spitzenkräfte mit Stumpf-Sinn, aber Karrierechancen. Es kitzelt mich der gespitzte Bleistift, das in Worte zu fassen, was für eine Ironie das ist.

Denn beim einen wie beim anderen machen andere den Umsatz und Gewinn am Fliessband. Eine Lizenz zum Gelddrucken, regelrecht. Weil ja nicht nur bunte Stifte, sondern vorgezeichnete Malbögen gekauft werden müssen, um etwas beim Entspannen zu fertigen. Ein Bogen Papier, zu 500 Stück für 3-4 Euro als Druckerpapier im Handel, täte es sicher auch, aber ist eben nicht Hype, Trend und chic genug.

Wir malten als Kinder so ziemlich auf allem, was uns in die Finger kam. Meine Grosseltern warfen kein Papier weg, das noch als Notizzettel (und sei es auf der Rückseite) oder für Einkaufsliste geeignet gewesen wäre. Und ich erinnere mich noch gut an die knapp DIN A 5 grossen dünnen Kartonbögen aus dem Nylonstrumpfhosen- Verpackungen, die – auf der Vorderseite weiss und rückseitig grauer Karton – perfekt als Malbögen für Filz- und andere Stifte taugten. Aber auch anderes Papier wurde verwendet und was als Notizzettel ausgedient hatte nach 2. Verwendung wurde am Ende eingeschürt. 

So sparsam muss natürlich für „bunte Kunstwerke“ der Neuberufenen auf dem Markt der Ausmalbögen nicht mit Papier umgegangen werden. Jedem das Seine, aber ist das kreativ? Oder eher ein hübscher Umsatzfaktor für diejenigen, die erkannt haben, dass man da eine Zielgruppe melken kann, welcher man nur für die Fernbedienung des Hightech-Schickimicki-Fernsehers und das Smartphone oder Tablet etwas anderes in die Hand geben muss – Papier und Stifte?

Mal doch mal was…………..ist langweilig geworden mit der Technik im Kinderzimmer.

Mal doch mal was aus….. ist teurer, aber umsatzförderlich. Dafür sind die Kunden auf dem Milchmarkt froh über kleine Milchpreise. Irgendwo muss man ja sparen.

Nein, das ist nicht Satire, höchstens ein bisschen, eher Sarkasmus mit einer Prise Ironie des Lebens. Man muss das ja neuerdings erklären, was Satire und nicht Satire ist. Auch das ist so eine Art Ausmalen ………aber eben der Sprache und des Gesprochenen. Weil manche ihre Grenzen und Linien weder selbst kennen, noch zu ziehen oder im Rahmen oder jenseits vorgegebener Rahmen noch angemessen zu ziehen verstehen und vermögen.

Wer seine Oeuvres partout aufhängen will, könnte auch Malpapier oder anderes (hochwertigeres als Drucker-) Papier verwenden – aber dazu müsste er dann ja selbst wüüüürklüüüch kreativ werden. Das ist schon wieder anstrengender, als in den von anderen vorgegebenen Linien zu bleiben. Immer hübsch im Rahmen der Grenzen anderer, nur nicht womöglich selbst die Linien zeichnen und vorgeben und füllen….. ?!?

Und das soll dann Ausdruck der persönlichen Entfaltung und Gestaltung sein, mit eigenen Händen und eigenem Schaffen etwas zu fabrizieren in einer Welt, in der zuviel Technik, zu viel nicht mehr mit Händen begreifbare und erkennbare, nachvollziehbare , sichtbare technische und elektronische Funktionen ein Bedürfnis stillen, Hand-Arbeiten wiederzubeleben?

Vielleicht wäre es ein kleiner Anfang, bei der Diskussion um das Erlernen von Handschrift oder nicht mehr in Schulen nicht der Technik und der vermeintlich sinnlosen, überflüssigen und obsolet gewordenen Handschrift das Wort zu reden, die Kinder eh nur überfordere.

Sondern ihnen so oft es geht, Stifte und Papier in die Hand zu drücken, damit sie mit Linien Buchstaben und Worte in Zeilen und mit Formen und Farben kreative Fantasie zu Papier bringen können.

Dann brauchen sie als Erwachsene und zum geistigen Erwachsenwerden nicht dereinst Ausmalbögen als Yoga in ihrem übertechnisiertem und überdigitalisiertem Leben. Sondern allenfalls ein bisschen Zeit, Papier und Stifte, um ihre eigene Linie zu halten und ihre eigenen Fähigkeiten und Kreativität zu leben.

Und nicht nur den Umsatz anderer anzukurbeln. Wo doch Handarbeit und DIY das – angeblich – wieder so den Bedürfnissen gerechter werdende Maß sei…..

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Ein Kommentar zu “Ausmalen ist Yoga mit Buntstiften? {Wenn das keine Satire ist…!?}

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