Lizchens Markt-Gangerl

Lizchens Spazier- und Schnupperwege in der Welt der Wochen-, Super- und anderen Märkte, der virtuellen Shops, der Marken und Produkte

Pünktchen für Pünktchen – oder: Wer den Pfennig nicht ehrt…..

Punktebeute

Multiple Punktebeute

„Hast Du das nötig, das mit dem Punktesammeln?“

Die Frage kennen Sie auch? Meiner Meinung nach ist die Frage bereits im Ansatz falsch.

Und manchen, die ich oft klagen höre, dass und wofür sie sich ihrer Meinung nach wenig, zu wenig für sich und ihre Kinder leisten könnten, für Kleidung oder Bildung, Freizeitvergnügen wie Kino etc könnte man gut entgegen:

„Du nicht?“

Und abgesehen davon, können wir uns nun gut darüber unterhalten, lang und ausführlich, ob die Prämien es lohnen, die dafür eingelöst werden können, Punkte zu sammeln. Aber auch diese Frage ist für mich – wenn nicht falsch, so doch jedenfalls – schon im Ansatz uninteressant: Lassen Sie mich diesen Punkt abkürzen – das müssen Sie für sich selbst beurteilen. Wenn es gute Markenprodukte sind, mag dies der Fall sein.

Für mich sind die Prämien als Gegenwert der gesammalten Punkte irrelevant. Für mich lohnen sie es nicht, weil die Prämien in der Regel zum gleichen oder vergleichbaren Preis des Gegenwerts von Punkten auch anderswo gekauft werden können und die Prämien der letzten Jahre Produkte waren, die ich entweder nicht brauche oder von denen ich Produkte anderer Hersteller bereits besitze. So brauche ich beispielsweise nicht eine weitere Pfanne, egal ob von WMF oder anderem Hersteller über den Prämienshop gegen gesammelte Punkte einzulösen, ich besitze eine gute Pfanne und wenn ich mir eine weitere kaufen wollte, würde ich eher auf Sonderangebote von WMF-Pfannen in gut sortierten Haushaltswarengeschäften oder im Einzelhandel achten, bei denen man meist mehr einsparen kann, als der Gegenwert der Punkte in Euro, den man erst ansammeln müsste. Ich habe beobachtet, dass manche Menschen für den Wunsch nach solchen Prämien dann dazu neigen, erstens mehr einzukaufen, um schneller Punkte zu bekommen oder nicht mehr zum Preisvergleich der ins Auge gefassten Produkte im normalen Handel neigen. Beides führt nicht zu mehr Ersparnis, sondern im Gegenteil.

Warum also sammle ich Punkte und wann und wofür?

Mich interessieren Punkte nur

1. für die Einkäufe, die ich ohnehin im Alltag tätigen muss und auf dem Einkaufszettel landen. Ich kaufe sie dann, wenn sie benötigt werden und da, wo sie am preiswertesten sind.
2. Das schliesst nicht aus, manche ohnehin jeweils günstigsten Artikel für Vorräte z.B. dann einzukaufen, wenn es Mehrfachpunkte für den gesamten Einkauf gibt. Mehl, Zucker, Pasta beispielsweise kaufe ich grundsätzlich da, wo ich meine bevorzugte Marke am preiswertesten bekomme, aber Vorräte von solchen kaufe ich gern dann, wenn es gerade Mehrfachpunkte gibt. Dann nämlich summieren sich die Mehrfachpunkte erneut zu einem Preisnachlass, den ich bei einem der nächsten Einkäufe irgendwann realisiere und zwar:
3. für die Verrechnung von Punkteguthaben beim Bezahlen an der Kasse oder durch Überweisung der angesammelten Punkteguthaben auf mein Bankkonto. Beides ist dann schlicht bares Geld wert. Und damit wirkliches Einsparen von Ausgaben zu Dingen, die eh gekauft werden müssen.

Wer den Bedarf an Lebensmitteln und sonstigen Haushaltsprodukten halbwegs gut im Überblick hat und ein bisschen geschickt plant, wieviel er braucht, kommt gut damit hin, Vorratskäufe (auch kombiniert mit sonstigem Einkauf) zu den regelmässig in gewissen Abständen mit möglichen Mehrfachpunkte-Coupons in deren Geltungszeitraum zu erledigen.

Das ist nichts anderes, als die Art von geschicktem Wirtschaften und Haushalten, das unsere Grossmütter mit kleinstem Budget mit Rabattmarken (und zeitweise sogar Lebensmittelmarken zu Kriegszeiten) ganz selbstverständlich beherrschten. Und beherrschen mussten.

Vielfach später belächelte Redensarten und Lebensstile, aus allem noch etwas machen, kochen, backen, nähen, reparieren und anders nutzen zu können, werden neu gekleidet teilweise als upcyclen oder recyceln erst als Hype vermeintlich neuen Trends wieder chic.

Punkte sammeln ist dabei nichts anderes als „Wer den Pfennig nicht ehrt, ….“

Als mir mein älterer Kollege wenige Wochen nach meinem Arbeitsbeginn im dortigen Büro die Aufgabe überliess,  den Bürobedarf des Büros (2 Anwälte, 4 Mitarbeiterinnen) in Schwabing jeweils zu bestellen nach Bedarf und dazu erforderlicher Vorräte für Papier, Toner uvam, verglich ich die Bestellungen der vorherigen Aufträge, Liefermengen für Bedarf zur Einschätzung für den Bestellturnus und verglich die Preise der gewohnten Lieferanten mit einigen anderen der Konkurrenz, sowie regelmässige Angebote und Dauerpreise. Gab eine Bestellung für einen neuen auf, um dessen Zuverlässigkeit und Service und Schnelligkeit der Lieferung zu erproben – war damit bestens zufrieden und wechselte zu diesem.

Und ersparte uns bereits damit allein bei den Kosten des Bürobedarfs verglichen mit den Vorjahren 15 %, die den Mitinhaber des Büros fassungslos machten, weil sie weit mehr einsparten, als die Gehaltserhöhung betrug, die sich eine wirklich tüchtige Mitarbeiterin gewünscht hatte und die er eigentlich ablehnen wollte. 

15% eingespart, ohne dass qualitativ oder quantitiv bei Schreibwaren und Büroartikeln, Aktendeckeln etc Abstriche eingetreten oder nötig gewesen wären. Der Gegenwert entsprach weit mehr als dem Jahresgehalt einer Auszubildenden oder Teilzeitmitarbeiterin und die verbleibende  Summe wäre auch dann noch reichlich für andere Anschaffungen  verfügbar gewesen.

Wenn ich entscheide, wo ich einsparen kann und dafür einen Arbeitsplatz schaffen oder in eine Gehaltserhöhung zu investieren, hat das mehr zur Folge, als blosses Rechnen mit Einsparpotential in Euro. Es hat auch mit dem Wert zu tun, den Einsparungen ganz konkret für Mitarbeiter haben können im positiven Sinne.

Ich bücke mich auch für den Pfennig oder Cent, ob er auf der Strasse liegt oder in Coupons, mit denen ich bares Geld nicht wegwerfen würde.

Nicht allein, aber auch weil ich eine der Geschichten meiner Grossmutter mütterlicherseits im Hinterkopf habe und behalte. Die als junges Mädchen in einem Geschäft arbeitete und sehr wenig wie jeder damals Lohn hatte. Sie sparte dennoch auch davon noch etwas ab und zwar so: Am jeden ersten des Monats legte sie 1 Pfennig, am zweiten Tag des Monats 2 Pfennige, am dritten Tag drei Pfennige, usw. am letzten also 30 oder 31 Pfennige beiseite. Was wenig klingt, merken Schüler schnell, wenn sie das als mathematische Rechenaufgabe lösen müssen.

Ich habe – der Entwicklung des Geldwertes geschuldet – auf gleiche Weise, wie meine Grossmutter als Schülerin und Studentin Kleingeld gespart, nur nicht mit Pfennigen, sondern 10-pfennigweise gestaffelt. Später gewöhnte ich mir zusätzlich an, mindestens wöchentlich am Freitagabend alles Kleingeld von 1 bis einschliesslich 50 Pfennigen aus dem Geldbeutel zu nehmen und zum Sparen beiseite zu legen und von Zeit zu Zeit gerollt zur Bank zu tragen. Versuchen Sie es ein Jahr lang und Sie wären erstaunt, wie viel sich damit ansammelt. Und beinahe ohne dass Sie das Geld dabei im Portemonnaie vermissen werden.

Aus den Augen, aus den Sinn.

Anders aber als bei bargeldloser Zahlung, wo Sie nichts mehr abzwacken oder beiseitelegen, was Sie (bargeldlos) im Portemonnaie haben, mag im Geldbeutel zwar dann weniger drin sein.
Doch hat dies den Effekt, dass Sie auch bewusster überlegen, was Sie einkaufen können und müssen, nicht nur automatisch oder aus Gewohnheit tun.

Den gleichen Effekt merken Sie übrigens auch, wenn Sie zum Einkauf mal nur mit Bargeld und zwar mit wenig Bargeld losgehen. Und mit dem Einkaufszettel, bien entendu. Anfangs ungewohnt und Disziplin erfordernd, wenn Sie nichts extra in den Korb legen, merken Sie bald, wie oft Sie sonst mehr als wirklich benötigt, einkaufen würden.

Zurück zu den eingangs zu sehenden Coupons und einem kleinen Rechenbeispiel zur Illustration?

Nehmen wir an, Sie kaufen mit einem 3-fach -Coupon für

  • den Single-,
  • Paar-
  • oder 4-köpfigen Familienhaushalt
  • und Bedarf von  2 Wochen und zusätzlich einige ohnehin immer verwendete Produkte ein, die Sie als Vorräte gebrauchen können und zwar die ggf. sogar günstigsten Marken oder Eigenmarken des Supermarktes.

Und benötigen für diese Einkäufe eine Summe an der Kasse von EDEKA beispielsweise  60 ,100 oder 200 Euro für die drei genannten Varianten. Setzen Sie an deren Stelle nachher gern die Kosten, die Sie vielleicht mehr oder weniger stattdessen haben, diese sollen nur beispielhaft sein.

Dann erhalten Sie bei EDEKA

  • ohne Punktesammeln keinen,
  • mit einfachem Punktesammeln ca 30, 50 oder 100 Punkte
  • und mit 3-fach-Punkte-Coupon ca. 90, 150, 300 Punkte
  • bzw bei 4-fach Coupon 120, 200 oder 400 Punkte gut geschrieben.

400 Punkte sind bei EDEKA (und auch bei Netto beispielsweise) ein Gegenwert von 4 Euro, den Sie bei anderer Gelegenheit an der Kasse verrechnen lassen können. 

4 Euro sind Kleinvieh? Bekanntlich macht auch dieses Mist – besser aber ist das, was selbst für 4 Euro zu bekommen ist:

4 Euro sind ein halbes Taschenbuch, eine halbe Kinokarte, der Eintritt für ein bis zwei Schwimmbadbesuche, ein halber Malkasten uvam. Der Preis für ihre monatliche Lieblingszeitschrift, können der Monatsbeitrag oder ein Teil davon für eine Mitgliedschaft in einem Verein sein oder ein Betrag, den Sie für Spenden an eine gemeinnützige Einrichtung verwenden wollen usw. 

Haben oder nicht haben?

Würden Sie 4 Euro nicht auf der Strasse vom Boden aufheben? Auf der Strasse aber liegt es allenfalls, wenn Sie Glück haben und wie man unlängst lesen konnte, wegen der vermehrten Kartenzahlung auch da noch seltener, als vielleicht früher mal.

Ob ich Punktesammeln nötig habe? Sagen wir es so: Ich habe kein Geld wegzuwerfen.

Und Sie?

Hand auf’s Herz – wenn Ihnen die Kassenmitarbeiterin 50 Cent oder 1 Euro zu wenig an Wechselgeld herausgibt oder Waren fälschlich doppelt auf dem Kassenbon bucht, die Sie nur einmal im Einkaufskorb haben, nehmen Sie es hin oder wollen Sie das haben und verlangen Sie es auch?

 Einen heiteren Tag!

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Ein Kommentar zu “Pünktchen für Pünktchen – oder: Wer den Pfennig nicht ehrt…..

  1. Pingback: “Guter Koch kocht mit dem Schwanz!” {No 2 – die italienische Variante} – Smooth Breeze 7's

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Juni 20, 2016 von in Medley und getaggt mit , , .

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