Lizchens Markt-Gangerl

Lizchens Spazier- und Schnupperwege in der Welt der Wochen-, Super- und anderen Märkte, der virtuellen Shops, der Marken und Produkte

Pasta – so preiswert, wie möglich und basta! [????]

Pastaglas mit Vorrat © Liz Collet

Pastaglas mit Vorrat © Liz Collet

Der Pegel im Pastaglas sinkt aktuell sachte dem Ende des Vorrats entgegen und da es noch 7 weitere Pastagläser gibt, die leer und daher bereits „hungrig“ nach Auffüllung den Deckel zu lupfen scheinen, wird es höchste Zeit, für Nachschub zu sorgen, bevor die Pasta wirklich zur Neige geht. Das nämlich geht gar nicht, Nudeln gehören zu den Vorräten, die hier immer vorhanden sein müssen. Nicht nur wegen des Pasta-Blogs und dortige neue Rezepte, sondern einfach der Passion und Vorliebe für Pastagerichte bei uns. Ebenso wie es an Mehl und Eiern, Griess und Spätzlemehl nicht fehlen darf, die für hausgemachte Pasta verwendet werden.

In meiner Kindheit kamen ausnahmslos „die guten Bernbacher“ auf den Tisch, die regional produzierte Nudeln und Lebensmittel für meine Grosseltern und Eltern waren, bevor Marketing und Werbung und Hypes rund um den Begriff auch nur einen Gedanken, geschweige denn unendliche Diskussionen brauchten. Das Markenunternehmen produzierte am Ort bzw als nächstgelegenes Unternehmen, die Qualität stimmte und so wurde das eben gekauft.

Heutzutage gibt es eine höhere Vielfalt an Marken und Herstellern. Scheint es. Manchmal trügt der Schein, wenn man genauer hinsieht, weil mehrere Markenprodukte längst nicht mehr unabhängige Unternehmen, sondern Teil von Grosskonzernen sind. Aber das ist vielfach Verbrauchern nicht bekannt. Und darauf achten sie auch nicht immer.

Vor lauter Werbung und Imagepflege kommt es dann für Unternehmen zu Shitstorms der maximalen Beaufortstärke, wenn sie (vermeintlich oder augenscheinlich) Traditionen und Werte oder Wertvorstellungen zu pflegen und in ihrem Image zu transportieren suchen und einzelne Personen oder Personengruppen sich dabei ausgegrenzt, diskriminiert empfinden und die Nudel zur Nagelprobe wird, als sei sie die Wurzel allen Übels, das es zu verteufeln gelte, am besten mit einem Boykott der Marke und ihrer Produkte, bis diese artig ihre Werte und Wertvorstellungen dem Diktat der Verbraucher beugt. Wie heuchlerisch die sozialen Shitstürme in allen Medien und social media aber von Verbrauchern sind, zeigt sich spätestens am leergefegten Warenregal derselben Pastamarke in den Supermärkten, wenn zeitgleich und nur Tage oder wenig mehr zeitversetzt deren Sorten mit einem Sonderangebot ausgepreist sind.

Pasta, so preiswert wie möglich. Shitstorm, Image – wen kümmert das dann!?!

Nicht dass wir uns missverstehen – wer auf den Preis schaut und schauen muss oder möchte, muss kein Unternehmen boykottieren, das er wegen öffentlicher Äusserungen zu bestimmten Themen kritisiert, mit dem er darüber diskutiert. Heuchlerisch aber ist es zum Boykott zu rufen, aber den Einkaufswagen gleichzeitig vollzuladen im Laden mit deren Produkten, nur weil sie grad im Angebot sind. Wer die leergefegten Regale sah, konnte sich aber sein Teil dabei denken, dass vermeintlich in sozialen Medien mehrheitlich vertretene Meinung eben offenkundig nicht wirklich der Mehrheit der Verbraucher entspricht. Weil in den Kreis der lauthals tönenden die anderen nicht zwingend mit einem Kommentar dazwischengehen, sondern vielfach leise oder gar nicht mitlesen und kommentieren. Weil manche anders reden und posten, als handeln. Die nach aussen ein anderes Selbstbild für sich und andere predigen, als praktizieren. Und weil zwischen Theorie und Praxis und Grösse des Geldbeutels Entscheidungen beim Einkauf dann eben am Warenregal getroffen werden, die anderen Maßstäben gerecht zu werden haben. Der Familie und ihrem Einkommen und Auskommen damit.
So wie es auch bei Themen von Umwelt und anderem ist. Schön in der Theorie und im Ideal. Aber monetär für viele eben sekundär. Man muss sich nach der Decke strecken.

Und dann ist da – leider – noch ein anderer fieser Faktor der Anforderung an Theorie und Praxis beim Verbraucher, wenn er sich entscheiden soll. Nimmt der diese oder jene Marke, nimmt er sie aus Gewohnheit und Tradition („die haben wir immer schon gekauft“) oder weil sie grade im Sonderangebot ist und damit wirbt. Und dann greift er zu und schnappt sich die vermeintlichen oder tatsächlichen Schnäppchen. Weil „Sonderangebot“, „Aktionspreis“ und „- 35%“ oder „3 für 2 zum gleichen Preis“ und ähnliche Angebote zum Zuschlagen verführen, magnetisch geradezu, den Blick manchmal verstellen, ob jedes wirklich immer das günstigste Angebot ist.

Günstiger  als der Preis für ein Produkt einer Pastamarke und Herstellers  sonst ist es, wenn das Angbeot auf die gleiche Verpackungsmenge bezogen ist, wie sonst auch. Um das zu wissen, muss man den Preis im Kopf haben, den es sonst wirklich kostet für 250 g oder 500 g Pasta der gleichen Marke.

Oft merken aber – wenn ich mich mit anderen Verbrauchern unterhalte – diese nicht einmal, dass unterschiedliche Preise gleicher oder unterschiedlicher Marken wegen unterschiedlicher Verpackungsmenge nebeneinander nicht 1:1 vergleichbar sind, sondern entsprechend umzurechnen sind auf 500 g oder 1kg. Und das dann mit dem Normalpreis einerseits und den Konkurrenzmarken zu vergleichen wäre.

Und……….. dann auch mit etwaigen Eigenmarken von Supermärkten oder Pasta von Discountern (ca. 0,49 Cent pro 500 g)  in Relation zu setzen wären, die generell noch günstiger im Dauerpreis sind, als Markenpasta selbst bei Sonderangebotspreis. Mag sein, dass von diesen günstigeren Pastasorten nur Fusilli, Penne und Spaghetti angeboten werden und nicht die Vielfalt von Sorten anderer und Markenhersteller. Aber Hand auf’s Herz – selbst eine Pastaliebhaberin wie ich muss nicht jeden Tag eine andere von 40 oder mehr verschiedenen Sorten zubereiten und essen. Und die drei genannten Pastasorten sind gerade auch deswegen so marktgängig, weil das die Sorten sind, die am meisten von anderen Verbrauchern zubereitet werden für Gerichte, die wie bei Fusilli und geriffelten Penne Saucen dazu besonders gut aufnehmen.

Wieviel Sparpotential darin liegen kann, Preise nicht nur nach dem Sonderangebotspreis im Auge, sondern nach Menge und Marken-/Eigenmarkenvergleich und Normalpreis liegen kann, habe ich an dieser Stelle schon einmal beispielhaft hochgerechnet anhand der Menge von „nur“ 10 Packungen Pasta.

Dazu ist anzumerken, dass ich Buitoni Pasta, ursprünglich ein 1827 gegründetes Familienunernehmen,  inzwischen grundsätzlich nicht mehr kaufe, während ich sonst alle gängigen Pastasorten gern kaufe und verwende, ebenso Eigenmarken der Supermärkte und Disocunter. Der Einkauf richtet sich nach der Pastasorte und -form, die ich für manche Gerichte möchte und brauche, wie zB Conchilige für gefüllte und gratinierte Pastarezepte.

Buitoni Pasta kaufe ich nicht mehr, seit ich (leider erst NACH DIESEM Beitrag) entdeckte, dass diese inzwischen auch zu Nestlé gehört. Auch ich bin ja nicht perfekt, aber das heisst ja nicht, dass man nicht jeden Tag gern Neues dazu lernt und seine Entscheidungen neu justieren kann. Wenn einem beispielsweise erst bei genauerem Hinsehen nach einem Einkauf auf der Verpackung von Pasta auffällt, zu welchem Konzern ein Produkt inzwischen gehört.

Ich kaufe grundsätzlich keine Produkte des Nestlé-Konzerns mehr: Es ist für mich inkonsequent, die Marktmacht eines Konzerns zu kritisieren, die sich beim Umgang mit Trinkwasser und Wasser kritikwürdig erweist, aber ihm durch Kauf der Produkte (egal ob Normalpreis oder Sonderangebote) Umsatz und Gewinn zu verschaffen, die ihm solche Monopolmacht verschaffen und verstärken, auch gegen Konkurrenz und Wettbewerber am Markt und erst recht gegenüber Traditions- und Familienunternehmen. Von letztgenannten wünsche ich mir ohnehin, dass diese am Markt auch nach mehr als 100-jährigem Bestand als Unternehmen weiter bestehen, ebenso wie ich örtlichen Einzelhandel erhalten sehen will und daher bevorzuge gegenüber Onlinehandel.

Einzelne Verbraucher können vielleicht nur kleine Schritte bewegen, aber für sich konsequent zu sein, gehört dazu.

Das muss jeder für sich entscheiden. Und wenn ich – wie vor einigen Tagen – ein Pärchen beim Einkauf höre und sehe, wenn SIE das Mineralwasser von Nestlé IHM aus der Hand nimmt und wieder ins Regal stellt und ein anderes wählt und dazu unüberhörbar im Laden darüber schimpft, dass man von diesem Konzern kein Wasser kaufen solle, der Trinkwasser nicht als Menschenrecht sehe und böse Geschäfte mit Wasser mache, dann ist das an sich nicht schlecht. Aber inkonsequent mit Blick auf den Inhalt des Einkaufswagens, in dem ich auf Anhieb mindestens 14 verschiedene Produkte von Tütensuppen über Süssigkeiten bis hin zu anderen Waren sah, die allesamt ebenfalls zum Konzern von Nestlé gehören. Vermutlich weniger aus Inkonsequenz, als aus Unwissenheit, dass und welche Lebensmittel auch aus dem Konzern in den Handel kommen. Und nur wahrnehmend, was als Stichwort „Trinkwasser“ und „Nestlé“ skandalträchtig und schlagzeilenstark ungezählte Male durch Medien und social media verbreitet im Kopf des Konsumenten angekommen und als Wissen bewusst geblieben ist.

Die selektive Wahrnehmung wie Wirkung von Medien und sozialen Medien gleichermassen ist auch an solchen Beispielen sehr exemplarisch zu beobachten.

Übrigens: Diese drei nachfolgenden Angebote stammten aus den Werbeprospekten verschiedener Märkte der vergangenen Woche und waren damit zeitgleich verfügbar. Spasseshalber einige Bekannte und Freunde befragt, welches Ihnen das günstigste Angebot wäre, haben 12 von 17 Personen das Angebot für 55 Cent pro Packung gewählt, nicht wegen der Marke, sondern des Preises wegen, der ihnen der billigste schien. Kein repräsentatives Beispiel, aber doch anschaulich, wie vermeintliches und wirkliches Schnäppchen trügen können.

Aber manchmal ist der Preis, selbst wenn er im Normal- oder Sonderpreis nicht der günstigste ist, ja auch nicht das allein entscheidende Kriterium, wenn man eine der hier gezeigten oder anderen Marken einfach gern isst.

Wenn man sich’s leistet. Und leisten kann.

In diesem Sinne – viel Spass beim Schnäppchenblättern in den Angeboten der aktuellen Woche und genussreichem Einkaufen, Kochen und Geniessen!

Und ich, …nun, ich schaue jetzt mal, welche Sonderangebote diese Woche verlocken könnten, meine 8 Pastagläser wieder mit Vorräten aufzufüllen.

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