Lizchens Markt-Gangerl

Lizchens Spazier- und Schnupperwege in der Welt der Wochen-, Super- und anderen Märkte, der virtuellen Shops, der Marken und Produkte

Nachbarschaftshilfe ist ja schön, aber….

………..aber:

Urlaub kommt nicht schneller als ein Blitz aus heiterem Himmel. Wer mit Rettungswagen in eine Klinik kommt und niemanden fragen oder antreffen wird, ist in einer anderen Lage und hinterlässt er dann einen ähnlichen Zettel mit einer Bitte, wird man sicher gern helfen.

Vor einem Urlaub aber bleibt Zeit genug, persönlich zu fragen. Persönlich zu fragen, gibt zwar dem anderen die Chance „Nein“ zu sagen; die aber ist nicht nur eine Frage des Anstands, sondern auch der Vorsorge für das (hoffentlich doch) geliebte Haustier. Denn was, wenn der nur mit Zettel Aufgeforderte und nicht Gefragte, gar nicht da ist, selbst verreist, ins Krankenhaus muss oder – warum nicht? –  schlicht nicht mag? Selbst dann, wenn er es schon mal gemacht hat – daraus kann keiner Gewohnheitsrechts-Erwartungen begründen.

Dann stünde das Langohr bei Rückkehr recht vernachlässigt auf den Beinen. Wenn es noch stehen könnte und nicht an Mangelerscheinungen bereits verkümmert.
Futter ist selbstverständlich zu stellen – oder soll der zur Hilfsbereitschaft ungefragt Genötigte auch noch Zeit, Weg und Mühe aufwenden, dieses zu kaufen und Geld zu verauslagen?

Zeitgenossen, die nicht fragen, von Bitte oder Danke gar nicht zu reden, sondern nur in vermeintliche Fragen gekleidete Aufträge und Arbeitsanweisungen zu tierischen Mündeln erteilen, haben keinen Respekt vor Belangen und Gründen anderer, nicht alles tun zu können oder zu wollen. Sie verlassen sich egoistisch bis narzistisch darauf, mit solcher Masche den anderen, der kein Tier vernachlässigen möchte, zwingen zu können zu tun, was er eigentlich ablehnen kann oder gar muss – siehe oben zu den eigenen Hinderungsgründen. Soll er das Tier dann weiterreichen – so wie der Tiereigentümer es seinerseits weiterreicht? Was dann im Fall der Fälle an Streitigkeiten folgen würde, wenn das Tier nicht mehr gesund zurückkehrt, kann man dem Spiel der heiteren Fantasie überlassen.

Nun kann man – wenn selbige Nachbarn telefonisch erreichbar sind – diese anrufen und ihnen klipp und klar sagen, dass man das nicht tue und Nachbars sich selbst um anderen Hilfe umsehen müssten. Und auflegen. Nur nicht auf Diskussionen einlassen. Niemand muss Gründe nennen. Die Herrschaften sind bereits in Urlaub auf Mallorca oder wo auch immer – ist es dann etwa IHR Problem, dass die dann eben von dort aus die Hasenfütterung und -sorge regeln müssen? Die Herrschaften hätten es näher von Tür zu Tür gehabt, wenn sie Anstand gehabt hätten, zu fragen, bevor sie abreisen. Warum also deren Problem zu Ihrem machen lassen?

Man kann knirschend diesmal noch die Aufgabe übernehmen, wenn man die Herrschaften nicht mehr erreichen kann. Und ihnen dann nach Rückkehr klipp und klar sagen, dass Sie das nicht erneut machen werden, egal was für Zettel man Ihnen hinterlassen werde. Und dass Sie bestenfalls dann daran denken, in nochmaligen Fällen den Tierschutz oder andere Stellen zu verständigen über Tiere, die in Urlaubsabwesenheit einfach zurückgelassen werden. Das wird die Sache hübsch eskalieren lassen, open end. Man kennt die Geschichte der um eine Bratpfanne streitenden Nachbarn.

Reizvoll ist eine Lektion aber dennoch. Wenn Sie die Herrschaften nicht mehr erreichen und es nicht über’s Herz bringen, das Langohr in seiner hilflosen Lage verhungern zu lassen, dann hilft es vielleicht, den Spieß umzudrehen.

Nehmen Sie den Hasenkäfig rechtzeitig vor der Rückkehr der Herrschaften in Ihre Obhut und legen Sie den Urlaubern einen Brief in deren Wohnung, vielleicht mit einem Text etwa folgenden Inhalts:

„Liebe Nachbarn,

vielen Dank für Ihr freundliches Angebot Ihres Hasen, der bestens zu unserem jährlichen Festmenü mit Jagdfreunden passte, zumal wir ihn noch fleissig und gut gefüttert haben. Unsere Tafelgäste waren hingerissen von dem zarten Fleisch des mit reichlich Gemüse und Rotwein unserer toskanischen Jagdfreunde geschmorten Hasenrückenragouts. Schade, dass Sie wegen Ihres Urlaubs nichts davon probieren konnten. Aber vielleicht haben Sie Freude an dem beiliegenden Rezept und Foto davon und Lust, es mit Ihrem nächsten Langohr selbst einmal auszuprobieren.

Mit herzlichem Gruss
Ihre Nachbarn“

Sollten Sie Rezepte und Fotos von geeigneten Schmorgerichten vom Hasen benötigen, bin ich Ihnen gern behilflich …..

Und für den Fall, dass die Nachbarn erbost und empört oder gar in Begleitung von Polizei bei Ihnen erscheinen und Anzeige erstatten oder sonst Zeter und Mordio schreien sollten, dann reichen Sie den Polizeibeamten einfach grinsend den Zettel mit dem „Urlaubsauftrag“ der plärrenden Nachbarn und den Hasenstall samt wohlgenährtem Karnickel darin. Und vielleicht müssen Sie die Beamten dann nicht mal bitten, den Urlaubsrückkehrern zu erklären, wie man mit eigenen Haustieren umgeht und für deren Betreuung sorgt, rechtzeitig sorgt. Und mit Nachbarn umgeht. Oder auch nicht. Wenn man seine Hasen oder anderen Haustiere wirklich mag.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am August 21, 2016 von in Medley.

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