Lizchens Markt-Gangerl

Lizchens Spazier- und Schnupperwege in der Welt der Wochen-, Super- und anderen Märkte, der virtuellen Shops, der Marken und Produkte

Tomatenhähnchen von Maggi vs. Penne mit Möhren, Huhn und Zucchini

Tomatenhähnchen © Liz Collet

Tomatenhähnchen © Liz Collet

* Der folgende Beitrag ist ein nicht honorierter Produkttest, für welchen mir nur das Produkt kostenfrei und frei von Bedingungen zur Bewertung zur Verfügung gestellt wurde. Für solche Produkttests gelten die gleichen Grundsätze der Produktbewertung für mich, wie auch bei den von mir privat und persönlich sonst getesteten Produkten.

Mit dem Motto „MAGGI bringt mehr Gemüse auf die Teller“ sollen die „MAGGI Familien fix & frisch Produkte“ nachAngaben des Hersteller das Kochen mit Gemüse einfach und lecker machen – auch für Kinder. Vor einigen Tagen erhielt ich dazu das Angebot, die sechs Produktvarianten zu testen und zu bewerten.

Die Sorten

  • Broccoli Pasta
  • Paprika Puten-Pasta
  • Tomaten Hähnchen
  • Möhren-Erbsen Hähnchen
  • Paprika Pilz Bandnudeln
  • Überbackenes Gemüse mit Kartoffeln

Jede der sechs Produktvarianten, die es gibt und zum Testen zur Verfügung gestellt wurden, ergibt drei bis vier Portionen.
Der Hersteller wirbt damit, es passe dank seiner schnellen und einfachen Zubereitung perfekt in jeden Familienalltag, so müssten „nur“ maximal fünf frische Zutaten hinzugefügt werden. So würden die Gerichte einfach in ihrer Zubereitung bleiben. Jedes der Gerichte umfasse dabei mindestens zwei verschiedene Gemüsesorten.

So weit, so das Prinzip. Das erste der Produkte, das ich  von den sechs Sorten zubereitete, war das Tomaten-Hähnchen mit bunten Nudeln. Wie der Tüteninhalt (41 g) aussieht, habe ich für Sie in diesem Glasschälchen einmal fotografiert.

Tomatenhähnchen © Liz Collet

Tomatenhähnchen © Liz Collet

Probiert man diese Mischung, hat sie einen vordringlichen Geschmack nach konzentrierten Tomaten und Oregano neben salzigem und nach Suppenbrühe schmeckendem „Aroma“.

Beim Blick auf die Zutaten, die man noch hinzufügen soll, war mein erster Gedanke spontan: Wenn ich diese Zutaten habe, brauche ich keine Tütenmischung dazu, sondern allenfalls einige wenige Gewürze, wie zB Oregano oder Basilikum, Salz, Pfeffer und vielleicht noch ein Stück Zwiebel, um Aroma an das Gericht zu zaubern. Worin genau liegt der Vorteil der Tüte noch?

Tomatenhähnchen © Liz Collet

Tomatenhähnchen © Liz Collet

Der Blick auf die noch für 4 (!!) Personen hinzuzufügenden Zutaten zeigt aber noch anderes, denn danach wird die Zubereitung mit der Tüte und den Zutaten dem Prinzip von „mehr Gemüse“ und „frischem Gemüse“ äusserst wenig gerecht. 2 Karotten für ein Gericht von 4 Personen als einzigem frischem Gemüse nenne ich spartanisch bis minimalistisch. Eine halbe Möhre pro Nase – ein Scherz, das als „mehr Gemüse“ zu propagieren. Dosentomaten mögen vielleicht als Gemüse begrifflich gelten, frisch aber sind sie unstreitig wohl nicht zu nennen. „Viel Gemüse“ ????

Noch absurder macht sich da die auf der Rückseite der Packung abgebildete Grafik, welche von 50% Gemüse hervorgehoben redet. 2 Karotten fallen je nach Grösse mit ca 130 g ins Gewicht, Dosentomaten  mit 400 g Doseninhalt. Dem stehen  300 g Fleisch, 100 ml Sahne und 250 g Nudeln und 41 g Tüteninhalt gegenüber (691 g plus Wasserzugabe). Keine Ahnung, wie man bei Maggi zu den 50% Gemüseanteil kommt, aber ich komme weder mit den FRISCHEN Karotten  bei ca 130 bis 150 g allein, noch mit den Dosentomaten zusammen auf 50% Gemüseanteil am Gericht.

Tomatenhähnchen © Liz Collet

Tomatenhähnchen © Liz Collet

Die „Tütenzutaten“ in ihrer Zusammensetzung lesen sich überwiegend als überflüssig an, bedenkt man, dass die wesentlichen Zutaten eigentlich die frischen und noch hinzuzufügenden Lebensmittel sind und sein sollen.Auch relativieren – jedenfalls nach meinem Gusto – die auf der Rückseite gelisteten Zutaten das Versprechen auf der Vorderseite der Tüte „Gute Zutaten – ohne Zusatzstoff Geschmacksverstärker“ jedenfalls in dem, was der Laie und Verbraucher darunter verstehen würde und darf, unabhängig von lebensmittelrechtlichen Regeln.

Tomatenhähnchen © Liz Collet

Tomatenhähnchen © Liz Collet

Tomatenhähnchen © Liz Collet

Tomatenhähnchen © Liz Collet

Entsprechend verhält es sich beim sog. „Nährwert“. Allein die Menge an Salz ist gemessen an der maximal empfehlenswerten Tagesmenge von Salz für Kinder und Erwachsene relativ hoch.

Die übrigen Zutaten der Tüte halte ich für noch überflüssiger.

Tomatenhähnchen © Liz Collet

Tomatenhähnchen © Liz Collet

So lag es nahe, zwei Varianten zuzubereiten:

  1. einmal das Gericht sowohl mit der Tüte und entsprechend der Anleitung dort zuzubereiten
  2. und parallel eine weitere Version, bei der ich die selbst noch hinzuzufügenden Zutaten verwende, aber das Gericht ohne die Tütenmischung mit eigenen Gewürzen koche.

Verwendet wurde für die eigene Rezeptvariante (ebenso wie für die mit der Tüte) nicht geschnetzeltes Putenfleisch, sondern Hühnerkeulen.

Schliesslich möchte man die Tütenmischung nicht immer nur für Geschnetzeltes verwenden oder solches eigens kaufen, sondern auch mal anderes Geflügelfleisch. Weil man es noch da hat – das kommt bei mir gern vor, wenn ich und weil ich ganze Hendl kaufe und sie nicht immer im Ganzen gare, brate oder schmore, sondern oft selbst tranchiere und dann aus den einzelnen Teilen mehrere Gerichte zubereite. Und natürlich kann man auch die Keulen lieber kaufen, weil sie saftiger und zarter sind als Geschnetzeltes beim Braten. Oder manche mögen nur kleine Portionen zubereiten – im Single- oder Paarhaushalt.

Die Hühnerkeueln wurden in zwei Teile geschnitten  für eine kürzere Garzeit. Es wurde für beide Versionen verwendet und hat die Garzeit nur um knapp 10 Minuten verlängert gegenüber den Zeitangaben der Tütenrückseite.

Die Hühnerteile wurden in wenig zerlassener Butter angebraten von allen Seiten. Die Zwiebeln wurden dabei gleich hinzugefügt und glasig angeschwitzt, dann kommen die Karotten dazu, bevor die Dosentomaten hinzugefügt werden.

Danach mit Wasser aufgiessen und bei 2/3 bis 3/4 Hitze garen. Für Aroma und Sauce und ihre Bindung dient die Zwiebel bereits. Hinzu kam ein Stück Zucchino (Länge des Daumens, in Scheiben geschnitten), der erst gegen Ende der Garzeit und wenn die Flüssigkeit reduziert ist, hinzugegeben wird. Schliesslich kommt die Sahne hinzu und dann die Pasta. Abgeschmeckt wird mit den Gewürzen Salz, Pfeffer, Rosenpaprika, edelsüssem Paprika, etwas Oregano und frischer Petersilie.

Man kann die Hühnerteile entweder so wie gegart dann servieren oder vorher die Knochen auslösen.

Das Ergebnis sehen Sie hier zunächst für die Zubereitung mit der Tütenmischung, die von mir noch frische Petersilie zum Garnieren „geschenkt“ bekam ………damit wenigsten bisschen mehr „Gemüseoptik“ auf dem Teller ist.

Tomatenhähnchen © Liz Collet

Tomatenhähnchen © Liz Collet

und für meine eigene Rezeptversion:

Penne mit Möhren Huhn und Zucchini© Liz Collet

Penne mit Möhren Huhn und Zucchini© Liz Collet

Wie haben nun beide Versionen geschmeckt?

Die Tütenversion hat für mich und für meine Mitverkoster einen zu penetrant salzigen und oreganolastigen Geschmack verbunden mit einem zu überzogenem Würz-Tomatenaroma. Der Geschmack von Gemüse tritt dahinter völlig zurück, das gilt selbst für die wenigen Karotten, deren Aroma kaum noch daneben hervorkommt. „Mehr Gemüse“ und „Frisch“ sind keine Etiketten, die den Testern dabei einfielen.

Anders bei der Variante des eigenen Rezepts, das mit der Mischung aus Dosentomaten, Zucchino, Karotten und ein wenig Zwiebel eine schöne aromatische Gemüsemischung stellt, bei der die einzelnen Zutaten noch ihren Eigengeschmack behalten und weder übersalzen noch sonst überwürzt schmecken. Sie war der Testsieger – auch bei den Kindern, die mitschnabulierten. Bei meiner Variante würde ich normalerweise noch mit frischen Tomatenvierteln garnieren oder solche unter das Gemüse geben, unmittelbar vor dem Servieren; hier habe ich nur darauf verzichtet, um das Rezept nicht gegenüber der Tüten-Zutaten-Liste zu sehr abzuwandeln.

Bewertungskriterien:

  • Zahl, Menge und Preis der frisch ohnehin noch hinzufügenden Zutaten
  • Preis der Tütenmischung vs. Preis eigener Gewürze
  • Zutatenliste der Tütenmischung
  • Zeitersparnis
  • Geschmack

Die drei Mittester haben (unabhängig voneinander und von mir) in allen fünf Kategorien dem „Hausrezept“ den Punkt gegeben, so dass dieses in allen 5 Kategorien „gewonnen“ hat.

5:0 gegen Maggi/Nestlé.

Dass Nestlé aufgrund seiner Unternehmenshaltung zum Umgang mit Trinkwasser als Hersteller des Produktes in der Kritik steht, wurde bei den Kindern eh und von den Erwachsenen Testessern ausser Betracht gelassen für diesen Test und seine Bewertung. Für die wir anders als zB Markenchecks der ARD keine Bewertungsfaktoren wie Mitarbeiterumgang etc einbeziehen, sondern nur die oben genannten Kriterien.

Auch wenn diese Mischung daher keinem von uns schon aus den genannten Gründen reizvoll für einen Nachkauf nach dem Test erscheint, werden wir natürlich den anderen 5 Sorten gleichwohl eine Testchance geben. Dazu dann mehr in den kommenden Beiträgen.

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4 Kommentare zu “Tomatenhähnchen von Maggi vs. Penne mit Möhren, Huhn und Zucchini

  1. Pingback: Penne mit Möhren Huhn und Zucchini – Smooth Breeze 7's

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  3. Pingback: Maggi Familien Fix & Frisch „Paprika- Pilz Bandnudeln mit Hackfleisch“ | Lizchens Markt-Gangerl

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