Lizchens Markt-Gangerl

Lizchens Spazier- und Schnupperwege in der Welt der Wochen-, Super- und anderen Märkte, der virtuellen Shops, der Marken und Produkte

Meine Tchibo-Auflaufform täuscht Suizid vor….. {eine kleine und eine andere Tchibo-Story}

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Ofenfeste Auflaufform aus Keramik © Liz Collet

Sie war, das muss man ihr zugestehen, mehr als 6 Jahre recht fleissig beschäftigt, in der Küche und vor der Kamera. Ob süsser Reisauflauf oder Griessauflauf oder süsse Schnecken, ob herzhafte Brokkolisuppe mit Lachs und Blätterteig oder Zucchinisuppe mit Getreidepflanzerl, ob gratinierte und gefüllte Paprikaschoten oder Erbsen- oder Linseneintöpfe mit herbstlich buntem Gemüse oder Nudeleintöpfe ……… im Backofen, als Portionsförmchen zum Servieren, ……….diese förstergrüne Auflaufform von Tchibo aus Keramik und ihre auberginefarbene Schwester waren häufig im Einsatz.  Gelegentlich half sie auch als Buttertöpfchen aus.

Sie wurde gehegt und gepflegt, wie sich das gehört, bekam nie mehr Hitze als ihr zugemutet werden sollte, ab und doch, ausgerechnet im wohltemperierten Bad mit pflegendem Zusatz aus dem Spülmittelhandel und ohne, dass jemand bei ihr angeeckt hätte, ….just da gab sie den Henkel ab. Einfach so.

Offenkundig ein Versuch der Selbstverstümmelung oder in suizidaler Absicht. Das Eine wie das Andere nutzt ihr nichts. Sie ist nicht berufsunfähigkeitsversichert und die Hausratsversicherung sähe sich bei Altersermüdungserscheinungen sowenig wie bei Eigenverletzung zuständig an. Sie entkommt also nicht in eine Lebensphase puren Nichtstuns und Nichtsnutzens.

Befragt, ob sie nicht mehr köstlich genug gefüllt, trotz liebevoll zubereiteter delikater Füllungen sich nicht genug wertgeschätzt fühlte, schweigt sie. Auch der auberginefarbenen Schwester vertraute sie sich nicht an.

Es wird ihr nichts helfen. Wir werden nach einem Kleber Ausschau halten. Der ihr vielleicht nicht mehr zu ofenwarmen Einsätzen verhelfen, sie aber für Butter- und Kräutertopfen-Arbeitseinsätze diensttauglich machen wird. Notfalls auch ohne keramik-chirurgischen OP-Termin wird sie dafür allemal weiterhin arbeitsfähig bleiben. Das wäre ja gelacht – in meiner Küche herrscht das Gesetz der Inklusion. Mindestens bis zur Rente der Utensilien. Danach haben sie immer noch beste Kompetenzen als „Rentner im Garten“ für Kräuter- und Blumenübertöpfe. Und sollten sie dereinst nicht mehr ganz dicht sein, was auch nicht wenigen humanen Geschöpfen im Alter schicksalhaft widerfährt, so lassen sie sich immer noch recht nett anzusehen und dekorativ in der einen oder anderen Ecke platzieren, ohne sie direkt auszurangieren.

Es ist mit manchen Dingen wie mit jahrzehntelang überlebenden Ehen – die eine oder andere kleinere oder grössere Macke ist kein Grund, sich voneinander zu trennen, man repariert die kleinen Macken, so gut das machbar ist und findet anderes, was man und wie man einander schätzt und füreinander gut sein kann.

Warum es bei Tchibo überhaupt so viele Dinge gibt, die mit Kaffee erst mal so gar nichts zu tun haben, aber sehr viel mit praktischem Geschäftssinn für das, was gute Hausfrauen und gute Kaufleute durchaus gemeinsam haben, das kann man (wenn auch nicht mit diesen Worten und ausdrücklich darin gesagt) hier in der „Tchibo-Story“  sehen. Wenn man genau hinsieht.

Eine sehenswerte Dokumentation aus der Reihe der Unternehmer-Clans des ZDF, wenn auch vielleicht in den kritikwürdigen Fakten der Unternehmensgeschichte in den letzten Jahren  sehr dezent bleibend, was davon, wenn überhaupt, erwähnt wurde. So wurde zwar Konkurrenz mit Jacobs thematisiert oder die Übernahme von Eduscho, nicht aber beispielsweise Kartellabsprachen und Verfahren des Bundeskartellamtes oder andere Ereignisse in der Unternehmenschronologie, die ihren Fokus auf familieninterne Gefechte und soziales Denken und Handeln des Unternehmensgründers und seiner Witwe eingepackt in einen Mix aus im Trend liegenden nostalgischen Bildern und Filmsequenzen halb und halb und eben auch nur halb dokumentarisch (und die anderen 50% aussen vor lassend) offenbar interessanter fand.

Solche Fakten der Unternehmensgeschichte auch zu erwähnen, hätte der Unternehmerleistung des Gründers und Nachfolger keinen grösseren Abbruch getan, als vielleicht meiner Auflaufform der „abbe Henkel“. Aber es hätte die Story authentischer abgerundet, als Bilder und Filmausschnitte in nostalgischer Couleur auf der Linie der Ku’damm-Story des ZDF und mit dem fahlen Geschmack von öffentlich-rechtlichen Claqueuren, die rund um durchaus sehenswerte Informationen sonst in dem Beitrag enthalten war. 

Wer allzuviele Zugeständnisse beim Verzicht auf kritikwürdige Fakten einer Unternehmens- und Unternehmergeschichte als Sender macht, um sonst medienscheuere Persönlichkeiten für ein Sendeformat zu gewinnen, muss sich seinerseits Kritik gefallen lassen. Es genügt dann nicht, dieses Manko zu anderen Sendezeiten wieder mit dem Verbraucherschutz-Feigenblatt ihrer Berichte über Mogelpackungen von Kaffeefahrten und anderen Marken- und Verbraucherthemen auszutarieren zu suchen.

Aber das ist ein Manko, das sich quer durch die Reihe zog, die das ZDF als „Story“ über „Deutschlands grosse Clans“ zeigte. Und das Etikett „Story“ steht da eben nicht ohne Grund. Und ist in mehr als einem Sinn zu deuten.

Mancher versteht die Reihe dann als 45-minütigen Werbesendeplatz.

Aber das………..interessiert das ZDF und manche Unternehmen vermutlich wieder eher nicht die Bohne.

Ni X für U ngut.

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