Lizchens Markt-Gangerl

Lizchens Spazier- und Schnupperwege in der Welt der Wochen-, Super- und anderen Märkte, der virtuellen Shops, der Marken und Produkte

Grünlilien und ihre kinderleicht zu züchtende Ablegerkolonie

Ablegerkolonie der Grünlilien © Liz Collet

Ablegerkolonie der Grünlilien © Liz Collet

Na, sagen wir mal: Ein Teil der Ablegerkolonie. Die umfasst nämlich aktuell rund zwei Dutzend weitere Exemplare. Und auch Ableger anderer Pflanzen, grüner, wie auch blühender.

Die im Bild oben zu sehenden Grünlilien sind – bedingt durch unterschiedliche Zeitpunkte im Laufe des letzten halben Jahres, zu denen sie als Ableger eingepflanzt wurden – unterschiedlich gross und üppig.

Einzelne Exemplare werden vielleicht auch beim nächsten Termin hier im Blauen Land im Repair-Café einen neuen Besitzer finden, denn das Repair-Café hier findet immer zusammen mit einer Pflanzentauschbörse 2 x im Jahr statt, bei der neben Pflanzen und Ablegern solcher auch Saatgut getauscht werden kann. Beim nächsten Termin im Mai hoffe ich auf ein paar bestimmte Pflanzen oder ihre Ableger.

Obwohl ich kaum hoffen kann, dort Ableger oder Exemplare beispielsweise eines solchen chinesischen Geldbaums finden zu können, deren Form und filigran auf langen Stängeln „tanzende“ Blätter so hübsch anzusehen,

aber auch in den mehreren Blumenhandlungen nicht zu bekommen sind

 

Aber ich lasse mich auch überraschen, was neben meinen insgeheim gewünschten Pflanzenablegern vielleicht zu bekommen sein könnte. Auch darin liegt ja ein Teil des Spasses: Erhofftes, wie auch Ungeplantes zu entdecken; nicht nur für kleines Geld oder im Tausch etwas zu finden, das man sucht und gebrauchen kann. Ähnlich wie bei Flohmärkten.

In meinem Eingangsbild zu diesem Post ganz oben sind an einem meiner beiden Ostfenster und vor dem noch schneebedeckten Giebelvordach des Erdgeschosses zu sehen, von links nach rechts: ein vor 2 Monaten, ein vor 4 Monaten eingepflanzter Kindel und ein im vorigen Sommer eingepflanzter Kindel. Letzterer soll eigentlich bereits in einen grösseren Topf umziehen, einen Tontopf. Doch sind leider Tontöpfe im unlängst deswegen aufgesuchtem Baumarkt und seiner „Gartenabteilung“ nur rar zu bekommen.   Im Winter noch schlechter, als auch im Sommer. Allenfalls sind einige einzelne und recht vereinsamt anmutende, ziemlich (und mir für diesen Zweck ZU)  teure Terracottatöpfe zu bekommen, für meine Zwecke tun es „normale Tonscherben“, also Tontöpfe.

Denn nicht nur, aber auch Grünlilien werden von mir gern vermehrt.

Räume ohne Pflanzen, das ist für mich so undenkbar wie Räume ohne Bücher. Und natürlich werden Pflanzen bei mir seit jeher gehegt, gepflegt, gezüchtet, vermehrt – und nicht nur essbare Kräuter und Blüten. Kein Raum, der nicht schon durch wenige und gern auch mehr als nur wenige Pflanzen mehr Wohlfühlklima bekäme. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Von meinem Grossvater lernte ich neben vielem anderem den Umgang mit Kakteen, Amaryllis, Clivien, Wurzen und anderen Pflanzen und eben auch, wie man sie züchten, kreuzen, Ableger ziehen und wie man die Pflanzen hegt, damit sie immer und immer wieder wunderschöne Blüten treiben.  Die Amaryllis-Töpfe standen am Westfenster der Wohnkuchl. Am meist geöffnetem ostseitigem Fenster seines Zimmers standen hingegen unzählige Arten und Exemplare von Kakteen und Hauswurzen in Töpfen und Kästen. Sie alle blühten üppig und immer wieder, wie auch die viele Jahre alte Clivie auf dem Tisch im Zimmer, auf dem sein Schnitzwerkzeug und urige Schnitzwerke – Gesichter aus Holz und Wurzeln und allerlei anderes – standen und lagen.

Rendez-vous mit meinem Grossvater und unserer Passion für Kakteen © Liz Collet

Rendez-vous mit meinem Grossvater und unserer Passion für Kakteen © Liz Collet

Nicht jeder liebt Kakteen. Ihre „Stacheln“ – mit oder ohne Widerhäkchen – sind vielen eine unliebsame Eigenart. Mich störten sie nie, man muss eben damit umzugehen wissen. Die zauberhaften Blüten von Kakteen lohnen es, grosse wie kleine Blütenarten der verschiedenen Arten, die weiss, rosa und rot und gelb blühen. Ich liebte sie daher schon in meiner Vorschul- und Schulzeit und jeden der Ableger, den ich von meinem Grossvater bekam und der meinen Exemplaren hinzuwuchs .

Grünlilien sind dagegen ein ganz und gar einfaches Kinderspiel, ob für Kinder- oder grössere Hände. Und so gehen bei mir die Ableger und kleine Kolonien selbiger nie aus.

  • Das liegt daran, dass sie mit ihren Kindeln erstens gut dafür taugen, die bei halbwegs liebevoller Pflege ebenso reichlich spriessen, wie ihre zarten, kleinen, weissen Blütensterne.
  • Zweitens will immer irgendwer gern eine, wenn er oder sie die üppigen Exemplare bei mir entdecken, die mit ihren wunderbar vom Regal oder Fenster oder Tisch hängenden Kindeln und Blütenregen an den langen Stengeln der Kindel ein Augenfang sind.
  • Drittens sind Grünlilien (wie andere Pflanzen, die ich von jeher gern habe, vermehre, züchte und hin und wieder verschenke) auch ein wunderbares Tauschobjekt sind für Menschen, die Pflanzen auf Pflanzentauschbörsen suchen und mir dafür andere Pflanzen oder Ableger geben.
  • Und last not least und viertens ist die Grünlilie schlicht ein wunderbar dankbarer grüner Geselle für Wohnungen und Büroräume. Überhaupt. Und bei mir immer schon sehr gern. Sommers wie winters machte sie auf jedem Fensterbrett oder davon stehendem Schreibtisch bella figura. Auf dem winters geschlossenem, sommers weit geöffnetem Fenster meines ersten Studentenzimmers auf der Insel in Regensburg in einem Haus der Jahrhundertwende vom 19./20. Jh. ebenso, wie in meinem wönzögön anschliessendem ersten Appartement. Und auf dem rund 3 m breiten Fensterbrett des Südfensters im Wohnzimmer der dann folgenden ersten Familienwohnung – ebenfalls in Regensburg – standen und hingen Grünlilien zwischen blühenden und grünen Pflanzen, dass man an unseren beiden davor platzierten Schreibtischen vor diesem Südfenster das wunderbare Ambiente eines immer angenehm klimatisierten Wintergartens hatte.

Im Sommer machten die Grünlilien dort stets ebenso wie eine Reihe anderer Pflanzen aus den mal mehr, mal weniger grossen Balkonen grüne Oasen, wenn sie wie auch Kakteen, Sukkulenten, Wurzen, Hibiskustöpfen u.a. in die Sommerfrische nach draussen umzogen und wuchsen und wucherten, wie die fleissigen Lieschen, Schlüsselblumen (für Blütenbutter, Kräuterbutter oder einfach über Joghurt oder Butterbrot gestreut), Petunien, Fuchsien, Duftpelargonien, Hornveilchen, Gardenien, Malven, Glockenblumen, Kapuzinerkresse und natürlich die zahllosen Kräuter und sogar Tomaten.

Kräutergarten © Liz Collet

Kräutergarten © Liz Collet

Ob in den beiden der Wohnungen meiner Referendarzeit in Regensburg und der dann 21 Jahre in meiner Isarmetropole, mal kleinere, mal grössere Balkone, mit Pflanzen und darunter eben auch den immer wild wuchernden Grünlilien werden sie in überschaubarer Zeit zum grünen Paradies, das sich bis weit in laue Sommernächte hinein zur kleinen Idylle im alten Stadtteil Moosach mitten in München verwandelte.

Dabei fängt es bei der Grünlilie jedes Mal wieder mit einem einzigen kleinen Kindel wie diesem an:

Grünlilie © Liz Collet

Grünlilie © Liz Collet

Meist bilden sie bereits an der „Mutterpflanze“ hängend eigene Wurzeln und können direkt in die Erde gesetzt werden. Wenn sie solche noch nicht gebildet haben, werden sie zunächst in ein Wasserglas gegeben. Nach 1-2 Wochen bilden sie dort Wurzeln, gelegentliches Wechseln des Wassers ist selbstverständlich nötig.

Gemüsezöglinge © Liz Collet

Gemüsezöglinge links und Grünlilien-Kindel im Wasserglas rechts © Liz Collet

Danach werden sie ebenfalls einfach in einen eigenen Blumentopf gesetzt.  Oder in andere Gefässe, die für die Erstnutzung und eigentliche Zweckbestimmung altersmüde oder sonst untauglich geworden sind und noch einen Sekundärnutzen bieten. Teekannen, die einen Sprung haben, beispielsweise. Wie jene oben im Bild. Der feine Sprung sitzt am Rand der Tülle, also weit oberhalb des oberen Randes der Erdschicht, die auf feinen Kieselsteinchen – 2/3 hoch in die Kanne gefüllt – ausreichend für einen binnen Wochen üppig wuchernden Kindel der Grünlilie ist.

Eine andere Teekanne, eine meiner Lieblingsteekannen aus feinem weissen Porzellan von Villeroy & Boch, hat nach mehr als 20 Jahren einen feinen Sprung gleich unterhalb des Henkels. Sie würde nicht „lecken“, aber der Henkel wäre nicht mehr tragfähig und würde zweifellos bei weiterer Verwendung als Teekanne beim Anheben in absehbarer Zeit abbrechen. In dieser Kanne wuchs eine Zeitlang ein Efeu, der nach einem Jahr in einen grösseren Blumentopf umsiedelte. Danach zog ein Kindel der Grünlilie ein – in einem kleinen Pflanzgefäss, das in der Teekanne stehend passt, so dass sie nicht selbst mit Erde gefüllt wird. Auch dieses Grünlilien-Kindel wucherte flugs und wächst dekorativ in der eleganten Teekanne, die eine neue ansehnliche Verwendung nun eben auf dem Sims gefunden hat.

Viel zu schade, alte Tee- oder Kaffeekannen nur deswegen  nicht mehr zu nutzen, weil sie für den ursprünglichen Zweck nicht mehr verwendbar sind.

Sicher, man kann alles wegwerfen, das nicht mehr perfekt ist und eine Macke hat. Und für teures, weil eigentlich ersparbares oder anderweitig verwendbares Geld Übertöpfe und Pflanzen kaufen. Oder letztere selbst vermehren und tauschen und verschenken und manchem Gegenstand noch ein hübsches und praktische Zweitleben schenken.

Mancher pflanzt seine grünen Gesellen sogar in Konserven- oder Teedosen

oder andere Blechdosen.

Das kann je nach deren Aussehen der Dosen

oder nach deren Aufhübschen

durchaus auch dekorativ aussehen;

und lässt kreativen Menschen allerlei Spielraum. Selbst – mehr oder weniger naturgetreu – auf Dosen gemalte Vogelarten sind ein hübscher Augenfang. Und kreative Ideen finden sich nicht nur zu saisonalen Anlässen, wie demnächst beispielsweise für die Osterdeko.

Aber direktes Pflanzen in Blechdosen, die nicht hinreichend dicht sind und es spätestens dann nicht mehr sind, wenn sie durch das Giessen über kurz oder lang zu rosten beginnen, wie auch solche Weissblech-Kuchenformen,

halte ich persönlich für Pflanzen wie für Möbel darunter nicht für geeignet. Anders ist es, wenn man solche Dosen nur als originelle „Übertöpfe“ einsetzt. Dafür sind sie aber in der Regel nur bei kleineren Pflanzen oder für eine gewisse Zeit und bis letztere mehr Raum und grössere Pflanzgefässe benötigen geeignet. Und meine Teedosen sind mir ohnehin für solche Verwendung viel zu schade und zu lieb.

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Ein Kommentar zu “Grünlilien und ihre kinderleicht zu züchtende Ablegerkolonie

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