Lizchens Markt-Gangerl

Lizchens Spazier- und Schnupperwege in der Welt der Wochen-, Super- und anderen Märkte, der virtuellen Shops, der Marken und Produkte

Kräutertees im Test

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Birkenblättertee © Liz Collet

Trinken Sie gerne Kräutertees? Sammeln oder pflanzen Sie dazu Ihre Kräuter selbst und trocknen diese? Oder kaufen Sie Ihre Kräutertees in Apotheke, Reformhaus, Drogerie oder anderem Handel?

Es gibt Teesorten, bei denen ich noch von meiner Grossmutter und schon als Kind beigebracht bekam, wo und wie ich diese sammeln kann und wie diese durch Trocknen für den Vorrat vorbereitet, anschliessend verpackt und gelagert und schliesslich zubereitet werden. Bei anderen, wie man sie auch selbst anpflanzen kann. Da meine Grosseltern im Pfaffenwinkel lebten und praktisch tagtäglich in der Natur unterwegs waren, konnte meine Grossmutter dort anders auf Zutaten in der Natur zugreifen, als man es naturgemäss in der Stadt kann. Noch heute habe ich beispielsweise den Duft der Kamillenblüten beim Pflücken in der Nase und vor allem jenen Duft, wenn sie auf Papier sorgsam ausgebreitet trockneten und den sie noch hatten, wenn man das Schraubglas öffnete, in dem sie danach gelagert wurden und den ihres Aufgusses. Kein Vergleich dazu jene Kamillentees aus Teebeuteln und wie sollte das auch möglich sein? Öffnen Sie mal so einen Kamillenteebeutel und sehen Sie sich an, was für arme Krümel Sie darin finden. Selbst wenn Sie diese zwischen den Fingern reiben oder in einem Mörser mit dem Stössel zerreiben, ist das Aroma nicht mit dem zu vergleichen, das Sie von frischen und getrockneten Kamillenblüten erwarten können und das in deren Aufguss landet.

Kamille 4 Teatime © Liz Collet

Kamille 4 Teatime © Liz Collet

Kamille 4 Teatime © Liz Collet

Kamille 4 Teatime © Liz Collet

Auf handelsübliche Kamillentees und andere Kräutertees aber ist der Verbraucher in der Regel angewiesen. Zum einen, weil sie dort nicht so leicht wachsen und zu finden sind. Zum anderen, weil sie dann nicht unbedingt frei von Schadstoffen sein können, die man nicht im Tee haben möchte. Selbst ist Otto Normalverbraucher und Lizchen Müller nicht in der Lage, solche Schadstoffe und deren Ausmass festzustellen.

So ist eine Allee entlang des Nymphenburger Schlosskanals aus Linden mit ihren duftenden Lindenblüten nicht nur für summende und emsig sammelnde Bienen ein Genuss, um darunter zu spazieren oder mit dem Rad zu fahren – und das tat ich liebend gern morgens auf dem Weg zu meinem dortigen Büro oder in der Mittagspause. Aber ich hätte angesichts des beiderseitigen regen Strassenverkehrs keine Versuchung gespürt, Lindenblüten dort pflücken und verwenden zu wollen. Wer also in der Stadt oder rund um diese keine Möglichkeit hat und kennt, wo er Kräuter und andere Zutaten der Natur findet oder selbst anpflanzen und ernten kann, ist auf den Handel und dessen Angebot an gesunden Tees angewiesen. Gesunde Tees in mehr als einem Sinne.

Der jüngst veröffentlichte Test muss daher Verbraucher enttäuschen, der Kamillen- und Kräutertees unter die Lupe nahm. Stiftung Warentest hat 64 Kräutertees untersucht, Pfefferminze und Fenchel schnitten gut ab, Kamille und Kräutertees hingegen waren häufig belastet. Insgesamt sechs Tees konnten die Tester nur mit „ausreichend“ bewerten. HIER finden Sie den Bericht dazu. Wie so oft ist es mitnichten so, dass teurer auch besser im Test absticht, doch wen tröstet das? Am wenigsten jene Verbraucher, die vermeintlich für sich oder für ihre Kinder beispielsweise ausgerechnet bei Erkrankungen mit Kamillentee mit höherpreisigen Kamillentees und Kräutertees Gutes tun wollen.

Die Ursache der teils sehr hohen Schadstoffbelastung wird dem Bericht zufolge mit maschineller Ernte und mit in die Ernte geratende, nicht aussortierte giftige Wildkräuter erklärt, die auf den Feldern neben den gewünschten Teepflanzen wachsen sollen. Einige wie Greiskraut und Jakobskreuzkraut schützten sich demnach mit starken Giften wie Pyrrolizidinalkaloide (PA) gegen Fressfeinde. Würden diese Pflanzen bei der oftmals maschinellen Ernte mitgepflückt und werden nicht aussortiert, lande  ihr Gift auch im Teebeutel. PA sind in Lebensmitteln unerwünscht, weil sie sich im Tierversuch als krebserregend und erbgutschädigend zeigten. Das Bundes­institut für Risiko­bewertung (BfR) geht – so der Bericht – davon aus, dass sie auch beim Menschen kanzerogen wirken können und appelliert schon seit 2013 an die Anbieter, gegen PA in Tee vorzugehen. Wenn dies die (einzige und auch zutreffende) Ursache für die hohe Belastung ist, wäre dieses Risiko zumindest beim eigenen Anbau oder bei der Ernte von Kamille in der Natur wohl ausgeschlossen, denn dort erntet man nur deren Blüten und nicht andere Pflanzen mit.

Jetzt würde mich die spannende Frage interessieren, wie ein Test von Kamillen- und Kräutertees aus Apotheken ausfallen würde, die dort lose abgewogen und dann ins Tütchen verpackt verkauft werden. Ebenso in Teeläden.  Werden diese nicht auch maschinell geerntet?

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