Lizchens Markt-Gangerl

Lizchens Spazier- und Schnupperwege in der Welt der Wochen-, Super- und anderen Märkte, der virtuellen Shops, der Marken und Produkte

Wenn Verpackungen schwer zu öffnen sind….

Arbeitsunfall © Liz Collet

Arbeitsunfall © Liz Collet

…kann das schon mal böse ausgehen – wie im Bild zu sehen.

Dem Thema hat man sich bei der ARD mit einem hier verlinktem vierminütigem Videobeitrag gewidmet,

Er ist auch HIER in der Mediathek der ARD noch einige Zeit abrufbar. Bei aller berechtigten Kritik an wirklich schwer zu öffnenden Verpackungsbeispielen, wirken leider einige der im Video zu sehenden Aufreiss-Aktionen recht bemüht, den Vorwurf untermalen zu wollen, wenn Mehltüten fast mutwillig ungeschickt beim öffnen den Inhalt verstäuben. Oder Milchpackungen ersichtlich so falsch geöffnet werden, dass sie kleckern müssen.

Der – durchaus sachlich berechtigte – Hinweis der Hersteller, dass Verpackungen diebstahlsicher sein sollen, die Nutzung erst durch den auch berechtigten Kunden auf Hygieneartikel (aber auch andere, en passant) gewünscht sind und bezwecken sollen und auf vorhandene und auch zu beachtende Hinweise der leichteren Öffnung, werden so beiläufig erwähnt, als seien diese belanglos. Bei der bekannten Zahl der Diebstähle im Handel und dem Anspruch von Kunden auf Verpackung, die vorherige Nutzung anderer ausschliesst, besteht für die Banalisierung solcher Gründe kein Anlass. Zumal der durch Diebstähle jährlich entstehende Schaden sich in unerwünschten Preiserhöhungen niederschlagen müsste, wenn ihm nicht vorbeugend begegnet wird.

Hingegen wird dem – bei einer Vielzahl von Produkten überhaupt nicht zwingenden – Anspruchshaltung von Kunden, jede Verpackung auch ohne Schere öffnen zu können und wollen, der Stempel der Alleingültigkeit verliehen, als sei dies das Maß aller Verpackungen.

Warum? Weil die „Food to go“ – und  Anspruchshaltung alles und jedes an Waren und Produkten im Vorbeigehen mitnehmen, öffnen, konsumieren, verbrauchen daher auch öffnen und bitte schön (selbst Dosen) auch noch wiederverschliessen zu können der ultimative Rahmen sein soll? Die eine der Hauptursachen dafür – ganz nebenbei ist – dass und wieviel Verpackungsmüll tagtäglich anfällt?

Wenn der Kunde (auch im Film) den folienverpackten Käse nicht schnell genug aufbekommen scheint, wäre es da nicht selbstkritisch geboten über den Kauf von Käse OHNE Verpackung nachzudenken?

Selbiges gilt beim Speck (Bauchspeck) in dessen Verpackung – ein Beispiel, bei dem ich mich eh frage, warum da der Griff zur Küchenschere zu viel Mühe sein soll. Denn dieser wird selten unterwegs und dann auch ohne wenigstens ein Brotzeitmesser konsumiert werden. Dass diese Produkte zur Frischhaltung vakuumiert und daher straff in Folie verpackt und verschweisst sind, dient der Haltbarkeit. Warum? Weil Kunden solche länger haltbaren Produkte wollen. Anderenfalls würden sie die offen angebotenen Lebensmittel kaufen.

Btw…. ich wasche üblicherweise meine Wäsche auch zuhause und nicht unterwegs und zum Öffnen eines (ja, bitte luftdicht geschlossenen) Waschmittelpulverpackerls (dessen Inhalt ja nicht Luftfeuchtigkeit ziehen und klumpen soll) ist im Badezimmer oder der Küche (wo die Waschmaschine jeweils stehen mag) oder sonst im Haushalt allemal eine Schere in Reichweite. Ich fülle es auch in gut verschliessbare Gefässe um (siehe Luftfeuchtigkeit) und dafür ist eine nicht komplett, sondern nur am Eck aufgeschnittene Packung eh besser geeignet.

Bei Konserven sieht es anders aus, die mit Metall-Laschen (Ring Pull Konserven) in der Tat ein wenig Geschick verlangen, im Regelfall aber bei – ja, eben gerade angesetztem Hebel und Winkel – gut zu öffnen sind. Schlimmer hingegen jene Corned Beef Dosen, bei denen man mit einem an der Konserve angebrachten „Schlüsselchen“ mit Schlitz eine kleine Metall-Lasche am  Konservenrand „einfädeln“ musste, um dann durch Drehen des Schlüsselchens, den Metallstreifen rundum aufzurollen. Was bei untauglich gestanztem Metallstreifen scheitert und dann mit dem Dosenöffner nur schwierig lösbar ist.

Nicht für jedes Alter, nicht für jeden ggf. gehandicapten Verbraucher sind Konserven mit oder ohne Rung Pull-Funktion gut zu öffnen. Für diese aber sind generell – mit nachlassender Sehkraft Aufdrucke auf Verpackungen, mit nachlassender Kraft oder krankheitsbedingt schmerzenden Händen uvam – Konserven mit oder ohne Lasche/Zip (Ring Pull Konserven), folienverschweißte oder in Gläsern konservierte Lebensmittel generell und seit langem eine Hürde. Für die es teilweise auch Produktalternativen gibt, die ohnehin mit nützlichen manuellen oder elektrischen Öffnerhilfen leicht geöffnet werden können, rechts- und linkshändig und auch einhändig. Kunden, denen man ohne jeden Zweifel auch künftig mehr Beachtung schenken muss.

Wenn stattdessen dann am Ende des ARD-Videos noch drei Gadgets ins Bild flutschen, die als Öffnerhilfen nebenbei „beworben“ werden als nützliche Utensilien, obgleich mindestens eines davon ersichtlich mehr Umstand macht, als Erleichterung bringt, kann man sich des Lachanfalls kaum noch enthalten. Sie sind aus Kunststoff, kosten extra Geld und sind teils überflüssig und muten wie bisschen zusammengeschusterte Anhängsel zu dem sonst recht oberflächlichem Beitrag an:

  • Twist-off-Deckel kann man auch leichter öffnen, wenn man nicht ein zusätzlich Geld kostendes Plastikgadget ansetzt, sondern einen dafür auch ausgerüsteten Dosenöffner oder den simplen und in jedem Haushalt vorhandenen Stiel eines Löffels. Mit der gleichen Hebelwirkung angesetzt wie das Gadget lässt er Luft ins Glas und unter den Deckel und diesen leicht öffnen. Dieses Problem hat man aber nicht nur mit handelsüblichen Gläsern mit Schraubdeckel, sondern hin und wieder auch mit selbst eingemachten und eingekochten Lebensmitteln. Ein Schraubdeckelöffner, mit dem man auch Flaschen öffnen kann und der sich schon in meinem Elternhaus und bei meinen Grosseltern nicht erst bei deren Älterwerden bewährte, ist dieses Modell.
  • Das Gadget für eine Metall-Laschen-Dose wirkt selbst im Film so offensichtlich mühselig, dass man es nicht ernst nehmen kann, vor allem, wenn man es nicht gut und exakt ansetzt, damit es funktioniert. Eben auch von einer bestimmten Seite und gerade, wie den Ring Pull der Konserve selbst auch. Für Menschen mit zunehmendem Alter und Handicaps durch nachlassende Kraft oder Geschick und Feinmotorik in Händen etwa ist es m.E. noch weniger geeignet.
  • Nützlich mag das Gadget für schwer zu öffnende Flaschenverschlüsse sein, doch mit letzterem wird keines der Beispiele gelöst, die im Film bei den übrigen Produkten deren schwer zu öffnende Verpackung monierten. Denen man mit einer Schere leicht Herr wird.

Mitdenken beim Einkauf wäre oft bessere Lösung, als (mehr oder weniger) durchdachte Kritik an Verpackungen. Und Selbstkritik der Verbraucher, ob und wo Verpackung nicht überflüssig ist.

Was nicht heisst, dass an Verpackungen nicht vieles verbesserbar wäre.

Das eine tun, das andere nicht lassen, wäre hier sinnvoll.

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